US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben eine vorläufige Deeskalation zwischen Israel und der Hisbollah erreicht. Nach einem Telefonat mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erklärte Trump auf Truth Social, beide Seiten hätten einer Einstellung der Angriffe zugestimmt. Gleichzeitig wurden Details bekannt, wonach das Gespräch zwischen Trump und Netanjahu ungewöhnlich scharf verlaufen sein soll.
Trump kündigte an, Israel werde keine Bodentruppen nach Beirut entsenden. Die Hisbollah habe zugesagt, ihren Beschuss Israels einzustellen, während Israel im Gegenzug auf Angriffe verzichten werde. Das Büro des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun bestätigte, die Hisbollah habe dem amerikanischen Vorschlag zugestimmt. Die libanesischen Behörden hätten entsprechende Zusicherungen erhalten.
Netanjahu stellte die Vereinbarung allerdings deutlich restriktiver dar. Er habe Trump erklärt, Israel werde weiterhin Ziele in Beirut angreifen, falls die Hisbollah ihre Attacken nicht stoppe. Zudem werde die israelische Armee ihre Einsätze im Südlibanon «wie geplant» fortsetzen.
Nach Informationen des US-Portals Axios eskalierte das Telefonat zwischen Trump und Netanjahu teilweise verbal. Unter Berufung auf amerikanische Beamte und eine weitere mit dem Gespräch vertraute Quelle berichtet das Portal, Trump habe Netanjahu angeschrien: «What the fuck are you doing?» Ein US-Beamter fasste Trumps Aussagen demnach mit den Worten zusammen: «Du bist fucking crazy. Ohne mich wärst du im Gefängnis. Ich rette dir den Arsch. Jetzt hasst dich jeder.»
Hintergrund ist die Sorge Washingtons, dass eine weitere Eskalation im Libanon die laufenden Gespräche mit dem Iran gefährden könnte. Der Iran drohte inzwischen offen mit einem Abbruch der Verhandlungen. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte auf X, sollte die «israelische Aggression gegen den Libanon» andauern, werde Teheran «nicht nur den Verhandlungsweg stoppen, sondern auch in eine direkte Konfrontation mit dem Feind treten».