In Deutschland warnen Energieexperten vor einem Überangebot an Solarstrom und rufen teils zum Abschalten von Fotovoltaik-Anlagen auf. Dies berichtet die Bild-Zeitung. An Feiertagen mit geringer industrieller Nachfrage speisen zahlreiche Anlagen gleichzeitig Strom ins Netz ein, während der Verbrauch deutlich sinkt.
Nach Angaben des Magazins Cleanthinking.de lag der Preis am Intraday-Markt zeitweise bei minus 855 Euro pro Megawattstunde. Grund ist laut Experten ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Energieökonom Lion Hirth von der Hertie School schrieb dazu auf Linkedin: «Wenn ihr etwas Gutes für die Versorgungssicherheit, die Energiewende und den Bundeshaushalt tun wollt, dann schaltet eure PV-Anlage ab.» Er empfiehlt, die Anlagen über das verlängerte Wochenende hinweg ausgeschaltet zu lassen.
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Auch Philipp Schröder, CEO des Ökostromanbieters 1Komma5°, weist auf strukturelle Probleme hin. Viele kleinere Anlagen könnten nicht zentral gesteuert werden, weshalb Betreiber selbst aktiv werden müssten. Schröder rät zur Installation von Steuertechnik wie Smart Metern, um die Einspeisung bei Bedarf zu drosseln.
Experten sehen weniger ein Strommangel- als ein Flexibilitätsproblem. Bei hoher Produktion und geringer Nachfrage wird überschüssiger Strom ins Ausland abgegeben. Teilweise erhalten Abnehmer dafür zusätzliche Vergütungen. Länder wie Österreich und die Schweiz nutzen diese Energie unter anderem für Pumpspeicherkraftwerke und speisen sie später wieder ins Netz ein.