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Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur internationalen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt und zuversichtlich am Montag, dem 8. Juni 2000. 26. Schön sind Sie da. Ich wünsche Ihnen allen jetzt schon einen beschwingten, einen schwungvollen, einen erfreulichen, einen grossartigen und vor allem einem von viel Lebenszuversicht geprägten Start in diese neue Woche. Siehe, die Welt ist nicht verdammt, bewegt sich einiges da draussen in die richtige Richtung. Klar, sind da noch viele Kollegen unterwegs. die da am falschen werkeln, aber die allgemeine Zeitstimmung, der Zeitgeist, der hat gedreht. Die Ära des Progressivismus, die Ära des Wokeismus, der Political Correctness und dieser fremdfinanzierten Luftschlösser. Diese Ära, diese Epoche oder dieser Abschnitt neigt sich seinem Ende zu. Warum? Ja, wegen der Rezession, wegen der Probleme. Und das hat eine ernüchternde... Wirkung und das wirft eben die Leute wieder zurück in die unmittelbare Lebensrealität. Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung, die man immer wieder erinnern muss, um vielleicht auch nicht zu verzweifeln angesichts der sehr zahlreichen politischen Missstände, dass natürlich eben nichts schwerer zu ertragen ist als eine Folge von guten Tagen und wenn es einem eben zu gut geht, wenn Staaten, wenn Gesellschaften zu viel Geld haben. Das heisst ja nicht, dass jeder reich ist, aber dass der Überfluss kollektiv die Überlebensinstinkte lähmt. Und eben auch das Realitätsbewusstsein. Dann fängt man eben an, solche Wolkenschiebereien zu veranstalten. Dann wird man übermütig, dann wird man moralistisch und vergisst die Realität. Man legt sich dann die Welt so zurecht, wie man sie gerne hätte und schaut sie nicht mehr im Neonlicht gewissermassen. rationalen, vernünftigen Sichtweise an. Und das kehrt jetzt zurück. Sie sehen es in den Umfragen, Sie sehen es an den Rekordzahlen jetzt auch, beispielsweise der Oppositionspartei in Deutschland. Und immer mehr Leute sind da nicht mehr einverstanden. Auch in der Schweiz beobachten wir das. Intensive Diskussionen über die Zuwanderung und, und, und. Es gibt eine ganze Reihe von positiven Phänomenen. Einige davon werden auch in dieser Sendung vorkommen. Und über diese Grundfragen habe ich mich gestern unterhalten mit einer sehr interessanten jungen Frau, Michelle Golan. Sie hat mich angefragt, ob ich in ihrem Podcast auftreten möchte. Wir haben eine Diskussion geführt, zwei Stunden lang. Das hat mich beeindruckt, hat mir imponiert, wie diese junge Publizistin, gelernte Schauspielerin, mit offenen und wachen Augen, ohne Manuskript, ohne Papier, da frisch von der Leber weg, Fragen. gestellt hat und tatsächlich herausfinden wollte, wie sieht dieser verhaltensauffällige Schweizer jetzt da die Situation? Was treibt ihn an? Was hat er gemacht? Wie sieht er Deutschland? Wie sieht er die internationale Lage? Warum interviewt er da hochgradig verteufelte Erscheinungen? Warum umgibt er sich da mit diesen zutiefst kritisierten Und im Medien-Mainstream als toxisch bewerteten Figuren, worauf ich dann meinen Standardspruch natürlich bringen konnte, gibt es den Teufel, mache ich mit ihm ein Interview und es soll sich einfach niemand einbilden. Er sei moralisch etwas Besseres als der andere. Diese Form von Überheblichkeit, das ist wirklich eine grosse Gefahr. Und die meisten Journalisten, auch ich gelegentlich, verfallen natürlich diesem Geistesgift, dieser Hirn. Diese Verdrehung, diese Verfälschung der Wahrnehmung, dass man quasi den anderen runter macht, um selber steiler rauszukommen. Das ist ja das Grundproblem bei diesen Verteufelungen. Wenn man einen verteufelt, dann spricht man sich sozusagen selber heilig. Gefährlich, weil man dann eben übermütig wird. Ich bin der Gute, das ist der Böse. Was ich mache, das ist gut. Was der andere macht, ist immer nur böse. Und das ist genau diese... Die intellektuelle Geländekammer, in der wir uns nun befinden, vor allem in Europa, vor allem in Deutschland, dort scheint sich geradezu eine Sucht ausgebreitet zu haben nach diesen... Gesinnungsblasen, in die man sich hineinbegibt, um ja nicht mehr konfrontiert zu werden mit einer anderen Sichtweise, mit einer anderen Meinung. Da parzelliert sich gewissermassen die demokratische Öffentlichkeit in eine Stammesgesellschaft von Gleichgesinnten, die nicht mehr fähig sind, über den eigenen Schrebergarten hinaus, über die eigene Beschränktheit hinaus, das Gespräch zu suchen. Und ich sage und halte dem natürlich mit Vehemenz entgegen, das ist der Marsch in den geistigen Tod, das ist die Finsternis, die sich da ausbreitet, die Finsternis des Selbstgesprächs, des ewigen Selbstgesprächs, der nicht mehr Auseinandersetzung. Darum ist die wichtigste Aufgabe des Journalisten eben darin zu sehen, Gegensteuer zu geben, immer wieder diesen Mehrheitsmeinungen Widerstand zu leisten. Nicht weil man selber das Evangelium der absoluten Wahrheit vertritt, sondern weil es eben gefährlich ist. wenn nur noch eine Meinung als die einzig zulässige betrachtet wird. Darüber haben wir gesprochen, natürlich auch über meine Interviews aus letzter Zeit. Und ich habe das natürlich freigiebig zugegeben. Ich bin stolz darauf. Ich bin der Pflichtverteidiger der Verfehmten und der Verdammten. Und wenn mir einer sagt, also mit dem darfst du dann auf keinen Fall reden, dann rede ich erst recht mit ihm. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit dramatisch, dass ich also eine weithin verfehmte Person sofort in mein Studio einlade oder allenfalls über diese Verbindungskanäle des Internets ins Gespräch gehen. Und selbstverständlich ist das natürlich auch der Hintergrund meines Gesprächs gewesen mit Wladimir Solowjow, dem Fernsehjournalisten und Moderator, der allabendlich in Russland Millionen von Russen an den Bildschirmen fesselt. Der es schafft, die Aufmerksamkeit der Leute nicht nur einmal zu gewinnen, sondern tatsächlich über einen längeren Zeitraum Ansicht. zu binden. Und dahinter steckt natürlich eine Leistung. Und all diese Journalisten, die da in ihren klimatisierten Räumen nur noch vor den Bildschirmen sitzen und sich da irgendwelche Urteile erlauben und sich die Schuhe abputzen, ich empfehle ihnen, gehen sie auch raus, reden sie mit diesen Leuten, machen sie es auch besser als ich. Viele, die mich kritisieren, sagen ja, das hätte man ganz anders machen müssen. Ja, dann macht es doch, geht doch raus, wunderbar, redet. mit denen, aber nicht immer nur über sie. Das waren so Themen bei Michel Golan. Hat mich sehr gefreut. Und wenn das dann ausgestrahlt wird, werde ich Sie aufmerksam machen. Werden das sicherlich auch auf unseren Kanälen hier bringen. Nun, Interviews. Wir haben eine ganze Batterie von historischen Gesprächen jetzt auf unserem Sender. Wladimir Solovyov, diese russische Kristallisationsfigur, eine Art Repräsentativ. Russe nicht, weil alles, was er sagt, zustimmungsfähig wäre. Aus unserer Sicht ganz im Gegenteil. Aber man muss sich ja auch mal mit Leuten auseinandersetzen, die eine dezidiert andere Auffassung bringen. Man kann das ja auch mal stehen lassen. Und man kann ja das mal wirken lassen auf die Zuschauer. Aber wichtig ist es, relevant ist es, weil eben in den Aussagen Solovjovs Dinge zur Sprache kommen, die eben zeigen, wie die Russen ticken. Wie sieht denn dieses ganze Debakel da... in der Ukraine sehen. Diese Gesprächsblockade, die man gemacht hat, aber es gibt da positive Zeichen, diese Gesprächsblockade, die ist eben, ja, horizontverkleinernd. Und sie führt natürlich dazu, dass eben gefährliche Stimmungen sich aufschaukeln können. Ganz wichtig. Dann habe ich ein Interview gemacht in Budapest. Das ist eine hochrelevante Angelegenheit. Ich werde vielleicht dann später auch noch darauf... Zurückkommen mit dem ungarischen Staatspräsidenten Tamás Suliok. Und Tamás Suliok steht im Zentrum einer ungarischen Verfassungskrise. Ich finde ungeheuerlich, was da passiert. Am 12. April gewählt worden, ist nach einwandfreien demokratischen Verfahren, wenn man jetzt mal davon absieht, dass die EU natürlich Millionen in diesen Wahlkampf hineingepumpt hat, um den unbeliebten den unliebsamen und unbotmässigen Viktor Orban loszuwerden. Nach dieser demokratischen Ausmarchung hat der gewählte, mit zwei Drittel Mehrheit, gewählte neue Premier Peter Magyar die Devise ausgegeben, die Exponenten der Fidesz-Partei oder von der Fidesz gewählten Exponenten staatlicher Institutionen hätte allesamt zurückzutreten. Der Staatspräsident müsse zurücktreten, der Präsident des Verfassungsgerichtshofs müsse zurücktreten, Der Chef des... Der Rechnungshof müsste zurücktreten, der Oberstaatsanwalt müsste zurücktreten, mehrere Verfassungsrichter müssten zurücktreten. Also eine integrale Säuberung, eine handgreifliche Überschreitung auch des Kompetenzbereichs anderer Institutionen. Und so etwas habe ich jetzt in der europäischen Geschichte in letzter Zeit nicht mehr erlebt. Und ich habe mich einfach gefragt, was wäre los in der EU, wenn ein Viktor Orban mit dieser Brachialität nach einem seiner fulminanten Wahlsiege, der 16 Jahre lang an der Macht ist. durchgegriffen hätte. Also quasi mit einem Handstreich all diese Institutionen befreien von Exponenten, die noch von der Vorgängerparlamentskonstellation gewählt worden sind. Der Staatspräsident damals, Schuliok, ist parteilos. Er war lange angesehener Präsident des ungarischen Verfassungsgerichtshofs. Er hat die Wahl von dem neuen Premierminister Peter Maciak. sofort begrüsst, habe das als Fest der Demokratie bezeichnet und auch die Hand ausgestreckt zur Zusammenarbeit. Man kann ihm keine verfassungswidrigen Handlungen vorwerfen. Was ihm die neue Regierung vorwirft, ist, dass er sich zu wenig eingemischt hätte im Wahlkampf, dass er zu wenig Partei ergriffen hat vermutlich für die neue Regierung. Damit wäre natürlich seinem Verfassungsauftrag nicht gerecht geworden. Ich habe ihn dazu befragt, wir haben ein intensives Gespräch geführt. Was läuft da eigentlich? Ist das ein stiller Staatsstreich? ist das eine demokratische Mehrheitswillenentscheidung, absolut legitim. Warum weigert er sich zurückzutreten? Ist das überhaupt richtig? Also ich habe auch versucht, die Position der neuen TISA-Partei einzunehmen, des neuen Premierministers. Er hat dann Antwort gegeben. Aber ich habe ihn auch an den Punkt gebracht, wo wir über sehr ernsthafte verfassungstechnische Fragen gesprochen haben. Wenn eben die neue Regierung sagt, wir machen nach diesen demokratischen Wahlen einen Systemwechsel. Wir haben von einer demokratischen Wahl einen Systemwechsel verspricht. nicht. Zu welchem System geht man dann über? Von der Demokratie zur Autokratie, zur Parlamentsdiktatur? Ist das eine Machtergreifung? Will man hier Ermächtigungsgesetze erlassen? Das sind jetzt drastische Zuspitzungen, meine Damen und Herren. Aber man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass selbstverständlich auf demokratischem Wege Staaten umgebaut werden können. Und ich will einfach immer in Erinnerung rufen, wie sensibel und alarmiert die EU reagiert hätte, wenn jetzt die Fidesz-Partei unter Viktor Norban dermassen maximal invasiv gefuhrwerkt hätte, können Sie sich vorstellen. Ein globaler Aufschrei der Empörung der selbstgerechten und der, ja, Orban-Gegner. Aber wenn es der Freund von Brüssel macht, da ist plötzlich Schweigen im Walde von der EU, hört man nichts. Das Interview mit dem ungarischen Staatspräsidenten Damasz Suliok unbedingt. Das müssen Sie sich anschauen. Es laufen auch Demonstrationen jetzt gegen diese Versuche, ihn abzusetzen. Er ist bis 2029 regulär gewählt. Und dann in meinem Studio in Zürich auf dem Sofa entspannt haben wir ein Gespräch geführt mit Björn Höcke, dem AfD-Politiker, der ja einen fulminanten Erfolg, einen Podcasterfolg bei Ben Berndt hatte. Dort der Mensch hielt. Die menschlichen Dimensionen, wer ist das eigentlich? Ich habe mit ihm ein anspruchsvolles, intellektuelles Gespräch über die deutsche Geschichte, über die deutsche Identität geführt. Wir haben versucht, die Probleme der deutschen Politik als Symptome zu analysieren, als Symptome einer Art Funkstörung innerhalb des deutschen Selbstverständnisses, des Verhältnisses der Deutschen zu sich selbst. Und Björn Höcke, und das finde ich eben interessant an ihm, ist einer jener Politiker, die eben nicht nur in der Tagesaktualität sich da entsprechend zu Wort melden, sondern er ist einer, der sich auch für substanzielle Fragen, fürs Grundsätzliche interessiert und natürlich auch für die deutsche Geschichte. Und als konservativer Politiker möchte er ein vernünftiges deutsches Nationalgefühl sozusagen wieder beliebt machen. Und darüber haben wir gesprochen. Wie ist denn das möglich? Denn der... Konservative bezieht sich ja auf den ganzen Resonanzraum der eigenen Geschichte, aber da gibt es ja eben diese zwölf Jahre, diesen Bruch. Durch diesen fürchterlichen Absturz, der natürlich auch dazu beigetragen hat, dass sehr, sehr viele Deutsche zu Recht natürlich und aus nachvollziehbaren Gründen eben mit dieser ganzen Geschichtshierlichkeit, mit diesem Resonanzkörper nicht mehr viel anzufangen wissen. Trotzdem geht es natürlich nicht ohne Wir-Gefühl, ohne einen Team-Spirit, einer, wenn man so will, nationalen Schicksalsgemeinschaft. Und das sind wichtige Fragen, das sind natürlich etwas Intellektuelle, etwas... vielleicht auch abgehoben wirkende Fragen, aber ich glaube, sie sind von höchster Brisanz, denn ohne so ein Selbstverständnis kommt eben ein Land, kommt ein Volk nicht mit sich ins Reine und wenn man nicht mit sich im Reinen ist, dann fällt es eben auch schwer, die Probleme zu lösen, die anstehen. Das ist das Thema und ich fand das hochinteressant. Urteilen Sie selbst, wir haben bereits sehr, sehr viele Zuschauer auf YouTube, auf unserer Website, also das Interesse. ist enorm. Ich kann Ihnen das nur wärmstens ans Herz legen. Ein Gespräch mit Björn Höcke über gewichtige Identitätsfragen, über geschichtliche Fragen und dies in der entspannten, aber nicht unkritischen Atmosphäre, wie Sie das von der Weltwoche gewohnt sind. Aber das müssen Sie dann am Schluss selber bewerten. Was sind die Themen? Was sind die wichtigen Aktualitäten? Regierung Merz, der Bundeskanzler, die CDU stürzt in den Umfragen immer weiter ab. Man bewegt sich jetzt so in Richtung 20-Prozent-Marke, während die AfD Rekordresultate verzeichnet. Und es verdichtet sich, es bestätigt sich hier einfach der Eindruck, dass der deutsche Kanzler letztlich auch darunter leidet, dass er Wie muss ich das formulieren, dass das überhaupt angenommen werden kann? Denn ich bin ja Schweizer, ich bin nicht Deutscher. Und da hat man sich auch respektvoll zu äussern gegenüber dem Ausland. Aber dieser Kanzler hat das Problem, dass es ihm an Eigenschaften fehlt, die ihn bei der Bevölkerung verbindlich und beliebt machen. Er ist kein Politiker. von dem man sagen kann, er ist einer von uns. Und ich habe mir das dann einfach etwas vor Augen geführt. Ein Gerhard Schröder. Da haben die Leute gesagt, ja, das ist ein Kanzler, der trinkt auch mal ein Glas Wein und ist leutselig, ist volkstümlich, mit dem kann man auf Augenhöhe sprechen. Eine Kanzlerin Merkel mit ihrer anfänglichen... ihrer Bescheidenheit, ihrer Sachlichkeit, auch ihrer Sprödheit, so ganz auf diese deutsche Politikerprachtentfaltung verzichtend. Mit der konnte man auch eine Art Beziehung aufbauen, sonst hätte das er nicht 16 Jahre lang gehalten. Aber wenn wir schon den Begriff Funkstörung verwenden, ich glaube tatsächlich, dass Friedrich Merz aufpassen muss, dass er nicht zu einer wandelnden Funkstörung wird. Also jemand, der Signale aussendet. die nirgendwo ankommen, mit denen man sich nicht anschlussfähig zeigen möchte. Und das hat es immer wieder gegeben, dass Kanzler angetreten sind, die es dann einfach nicht gekonnt haben, weil das nicht ihr Ding ist, Kanzler zu sein, eben diese Verbindlichkeit herzustellen, auch gegenüber den Leuten. Und ich habe ja allmählich den Verdacht, um es jetzt ganz vorsichtig zu sagen, dass es sich möglicherweise bei Friedrich Merz um einen solchen Politiker handeln könnte. Angela Merkel hat ja gesagt, er könne es nicht. Wir erinnern uns, Konrad Adenauer, der erste deutsche Kanzler, hat Folgendes, er gleiches, über seinen Nachfolger Ludwig Erhard erzählt, den grossartigen Wirtschaftsminister, der die D-Mark und das Wirtschaftswunder entfesselte mit seiner Ordnungspolitik, dann aber als Kanzler keine glückliche Hand bewies. Es kam ja dann zur grossen Koalition. Also Friedrich Merz. Ohne Eigenschaften, die ihn beliebt machen bei der Bevölkerung. Er kann es nicht. Merkel, Adenauer, das Echo von Vorgängern halten hier etwas bedrohlich für den Amtsträger im Raum. Wir sollten mit Putin reden. Tauwetter in der deutschen, Entschuldigung, Tauwetter in der europäischen... Diplomatie, das Packeis der Gesprächsblockade löst sich allmählich auf. Und es bringt sich hier vielleicht der finnische Staatspräsident Alexander Stubb ins Rennen, ins Spiel. Denn die EU bekundet ja einige Probleme, einen tauglichen Gesprächspartner für die russische Seite zu identifizieren. Geht's, die Nenner? Im grossen Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung plädiert Stubb ganz klar dafür, mit Putin zu sprechen. Und das ist ja das Credo, das ist ja die Botschaft, die wir hier seit dem Einmarsch von 2022 immer wieder verkündet haben. Der Krieg hat ja nicht angefangen 2022, das geht viel weiter zurück, 2014, vielleicht sogar schon 2008, als in Bukarest faktisch die NATO-Einverleibung der Ukraine. und Georgiens offiziell angesteuert wurde. Wir haben hier immer gesagt, Diplomatie ist notwendig. Natürlich auch die Fähigkeit, sich zu verteidigen, allfällige Übergrifflichkeiten, allfällige imperiale Appetitanfälle gegenüber Russland durch eine eigene starke Verteidigung schon im Ansatz abblocken zu können, gar nicht erst entstehen zu lassen. Da ist natürlich die Vernachlässigung der eigenen Landesverteidigung, nicht der Kriegstüchtigkeit. Ich unterscheide hier ganz klar. Die Begriffe, das ist ganz etwas anderes, wenn man von Kriegstüchtigkeit spricht, als von Verteidigungsfähigkeit, wobei natürlich auch die Verteidigungsfähigkeit die Kriegstüchtigkeit einschliesst. Aber es ist eben ein, wie ich meine, richtiger und wichtiger rhetorischer Unterschied, auch eine Bedeutungsdifferenz, die eben betont werden sollte. Aber die Diplomatie ist wichtig. Und all die, die immer wieder mich kritisieren für meine Gespräche, Entschuldigung Freunde, Ich muss mich nicht entschuldigen dafür, dass ich seit Anfang an mich dafür einsetze und publizistisch darauf hinwirke, dass Feindbilder abgebaut werden, dass man miteinander im Gespräch bleibt. Und das ist etwas ganz Zentrales. Und natürlich sind jetzt diese Bestrebungen von Alexander Stubb eine Bestätigung des Weltwoche-Kurses, sozusagen die Beglaubigung all dessen, was wir Ihnen... in den letzten Jahren hier erzählt haben. Also das sind erfreuliche Signale nach einer Periode wirklich der dialogischen Finsternis, die wir hinter uns haben. Erfolg für Giorgia Meloni. Asylgesuche ausserhalb der Europäischen Union sind möglich. Die italienische Regierungschefin spricht von einem historischen Abkommen. Die Eröffnung von Asylzentren in Drittländern ist jetzt erlaubt. Aber... haben sich die EU-Länder verständigt. Man hat eine Mehrheit gefunden. Das Albanien-Modell von Meloni stösst auf Anklang. Macron und Merz plädieren für eine grosse EU. Man möchte jetzt den ganzen Balkan, vor allem den Westbalkan, eingemeinden. 35 EU-Staaten. Die Ukraine soll da ebenfalls dazugehören, damit diese EU im Raubtiergehege dieser Grossmächte auch wieder eine bedeutende Rolle spielen kann und ihr Revier da vergrössert verteidigen soll in Zukunft. Ich halte diese Grossmacht, treue mir für das Allerletzte, was die Europäische Union braucht. Die EU sollte sich darauf konzentrieren, kleiner zu werden, ihre Kompetenzen abzubauen. und die Vielfalt der europäischen Nationalstaaten wieder stärker zur Geltung zu bringen. Und das, was Merz und Macron hier fordern, quasi aus der K.O.-Ecke des Boxrings, wo sie schon taumelnd in den Seilen hängen, das ist Grossmachtpolitik. Das sind Grossmachtillusionen, die einfach in unerfreuliche Zusammenhänge der europäischen Vergangenheit hineinführen. Man könnte jetzt eine ganze Reihe... von hochtoxischen Politikern zitieren, die sich ziemlich ähnlich angehört haben wie diese beiden Staats- und Regierungschefs, die natürlich unter deutsch-französischer Führung diese vergrösserte EU, die eine pleite EU sein wird, eine EU übrigens auch mit einem völlig entfesselten Personenverkehr und vielen Binnenmigrationsproblemen. Stellen Sie sich einmal vor, was all die Ukrainer machen, die jetzt... sozusagen es zu mühsam finden, ihr Land wieder aufzubauen. Die kommen doch dann, wenn sie dann mal in der EU sind, in Scharen, in Millionen, in den Westen, um dort, was ja verständlich ist, ein angenehmeres, ein besseres Leben zu führen, anstatt dort in den Ruinen wieder das eigene Land aufzubauen. Mal ganz abgesehen davon, was das für finanzielle Konsequenzen hätte, was das für politische Konsequenzen hätte, denn die Ukraine ist nach wie vor eine Kriegspartei. gegen Russland. Und wenn man so etwas in die EU hinein holt, holt man den Krieg in die EU hinein. Das scheinen mir absolut unverantwortliche Szenarien zu sein, aber sie lassen eben tief blicken. Immer noch mehr EU-Flucht nach vorne. Dabei müsste man auch hier den Grundsatz in Erinnerung rufen, nicht gerne gross, gerne klein. Das ist der Trumpf, gerade für Europa, diesen Friedhof der ehemaligen Grossmächte. Abrüsten, nicht in die Grösse gehen, überlasst die grosse Politik, die Geopolitik den anderen. Europa sollte ein Friedenskontinent sein, neutral, Brücke, Therapiestation für all diese Machtverrückten und Kriegsverrückten. die da draussen herumtaumeln und herumdelirieren. Warum müssen wir auch noch auf diesen Horrortrip einsteigen? Nein, meine Damen und Herren, das ist definitiv die falsche Dosis, das ist definitiv die falsche Richtung. Der Spiegel schreibt, die 10-Millionen-Schweiz-Initiative, also keine 10-Millionen-Schweiz, die Zuwanderungsinitiative der SVP, richte sich vor allem gegen die deutschen Zuwanderer. Das wird natürlich mit kritischer Adresse an die Schweiz hier lanciert und geschrieben. Was interessant ist, dass sich der Spiegel überhaupt keine Gedanken darüber macht, warum eigentlich so viele Deutsche in die Schweiz auswandern. Und es sind darunter die Bestqualifizierten, auch Unternehmer. Und man könnte sich ja mal mit dem Problem beschäftigen, warum sind diese Deutschen nicht in Deutschland? Warum würden, wenn es keine Wegzugsteuern gäbe und diese Erbschaftssteuern, warum würden dann noch mehr Unternehmen aus Deutschland abziehen, zum Beispiel in die Schweiz, aber nicht nur in die Schweiz? Warum müssen wir eigentlich Wegzugsteuern, sozusagen eine fiskalische Mauer bauen um unser Land? Haben wir Angst, dass das Land nicht mehr attraktiv genug ist? Wer seine besten Unternehmen einsperren muss mit fiskalischen Grenzen, der macht etwas falsch. Das ist das Gleiche. wie ein Ehemann glaubt, seine Frau einsperren zu müssen, weil sie ihm sonst davonläuft. Oder umgekehrt. Vielleicht wäre es besser, sich mal die Frage zu stellen, warum laufen die eigentlich alle davon? Aber der Spiegel nutzt hier die Chance, wieder mal der Schweiz eins aufs Dach zu geben. Für die Schweiz ist diese Attraktivität natürlich tatsächlich ein Problem. Und wenn jährlich da 40'000 Deutsche zuwandern, Entschuldigung, wir können nicht 80 Millionen Deutsche aufnehmen. Das ist nichts gegen Deutsche. Aber es ist einfach eine Tatsache, es geht nicht. Sonst müssen die Schweizer anfangen, nach Deutschland auszuwandern. Aber da rät ihnen natürlich jeder ab, macht das nicht, weil das ist wirtschaftlicher Selbstmord. So stellt sich das Ganze dar, meine Damen und Herren. Also da gibt es gewaltige Aufgaben für die Politik, aber ich bin zuversichtlich. Denn es tagt, die Lichter gehen an. Die Lichter gehen auf bei der Bevölkerung, denn die Politiker, die jetzt regieren, die sind ja auch mal gewählt worden von irgendjemandem. Und die deutschen Wähler sollten sich da nicht allzu empört mit dem Zeigefinger Richtung Berlin auf die Barrikaden werfen, sondern sie müssen vielleicht auch mal in den Spiegel schauen. Und jetzt eben findet eine Art Bewusstseinswertung statt. Also auf jeden Fall haben wir hier interessante Vorgänge. Ungarn, ja, über diese Vorgänge... Im Präsidentenpalast schreiben natürlich unsere Medien hochgradig unkritisch, wenn sie es überhaupt in den Blick nehmen. Sie sagen, ja natürlich, dieser Staatspräsident ist da Exponent eines kriminellen Systems gewesen. Unglaublich, wie hier ohne jedes rechtsstaatliche Verfahren eine pauschale Kriminalisierung vorgenommen wird. Und wissen Sie, was auch noch kommt in Ungarn? Da machen sie jetzt Schauprozesse, da werden parlamentarische Inquisitionskommissionen eingerichtet, da sollten dann früher... Vertreter der Regierung und des ganzen Verwaltungsapparats antreiben müssen. Das sind keine juristischen Gerichtshöfe, das sind politische Tribunale. Aber wer da nicht auftauchen will, wer sagt, das ist eine politische Abrechnung, der wird von der Polizei dorthin geschleppt. Also das erinnert mich an die sowjetischen Schauprozesse. Es ist jetzt noch etwas früh, das zu sagen, weil die Gesetze sind noch in der Beratung. Aber ich will hier lieber als Frühwarnsystem und als Sensibilisierer ihre Warnummehmung. etwas schärfen. Johannes Ritter, der nimmermüde schweizkritische Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, beschäftigt sich auch mit der 10-Millionen-Schweiz-Initiative und er schreibt dort über Thomas Matter, den Unternehmer und auch Spiritus Rector und jetzt Vorkämpfer dieser Initiative, er habe ein Vermögen von 225 Millionen Franken, das wird dann schon mal naserümpfend vermerkt, Und offensichtlich, schreibt Johannes Ritter, führt dieses... Geld da nicht automatisch zu kultureller Offenheit, sondern zu Fremdenfeindlichkeit und Verlustängsten. Also dieser habgierige Multimillionär hat Angst, dass ihm da diese Zuwanderer ans Portemonnaie gehen und deshalb zelebriert, schürt er da diese Fremdenangst in der Schweiz, ein ganz himmeltrauriger Geselle, der eben auch keine kulturelle Offenheit hat, wie ich sie natürlich selbstverständlich, der grossartige Johannes Ritter, mit jeder Faser meines Körpers an den Tag lege. Eine kleine Information, meine Damen und Herren, die Schweiz hat einen Ausländeranteil von 27,5% und wir haben Millionen, wir haben Hunderttausende eingebürgert in den letzten Jahren. Sehr viele Einbürgerungen in der Schweiz. Deutschland zum Vergleich hat einen Ausländeranteil von 15 bis 16 Prozent. Ich möchte mal wissen, was in Deutschland los wäre bei einem Ausländeranteil von 27 Prozent. Ich möchte mal wissen, was dann bei Johannes Ritter los wäre und in der FAZ, wenn man so einen Ausländeranteil hätte. Meine Damen und Herren, hier wird doch einfach Fake News produziert am Laufmeter. So geht es nicht. Meine Damen und Herren, also diese Art von Verketzerungspublizistik, nennen wir es mal so, die findet meine Zustimmung definitiv nicht. So, jetzt aber genug der Darlegungen. Grosses Programm, viel Stoff, den ich Ihnen heute darlegen muss. Auch unsere Interviews mit den spannenden zeitgeschichtlichen Beiträgen. Ich wünsche Ihnen eine tolle, eine erfüllte Woche. Bleiben Sie auf unseren Kanälen, da wird es Ihnen nicht langweilig. Und ja, wir sind nicht nur Ihr Frühwarnsystem, sondern wir sind auch der tägliche Mutmacher und nicht aus dieser küchenpsychologischen Billigmotivationstechnik heraus, sondern nein, aus einer fundierten, letztlich auch theologisch fundierten Zuversicht. So, jetzt aber Schlusspunkt. Alles Gute, bis bald. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche, unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen, wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst Niemand zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. 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«Wir sollten mit Putin reden»: EU endlich auf Weltwoche-Kurs. Finnlands Präsident bietet sich an. Staatsstreich in Ungarn? EU schweigt. Merz: Unbeliebt wie nie, AfD im Hoch. Melonis Asyl-Sieg. Macron/Merz: Grössenwahn?

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«Wir sollten mit Putin reden»: EU endlich auf  Weltwoche-Kurs. Finnlands Präsident bietet sich an. Staatsstreich in Ungarn? EU schweigt. Merz: Unbeliebt wie nie, AfD im Hoch. Melonis Asyl-Sieg. Macron/Merz: Grössenwahn?
«Wir sollten mit Putin reden»: EU endlich auf Weltwoche-Kurs. Finnlands Präsident bietet sich an. Staatsstreich in Ungarn? EU schweigt. Merz: Unbeliebt wie nie, AfD im Hoch. Melonis Asyl-Sieg. Macron/Merz: Grössenwahn?
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Kapitel

  1. Einleitung und Begrüssung
  2. Wochenausblick und Zeitgeist
  3. Rezession und Realitätsbewusstsein
  4. Gesellschaftliche Umfragen und Diskussionen
  5. Interview mit Michelle Golan
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