Altkanzler Gerhard Schröder rechnet nach jüngsten Wahlniederlagen scharf mit der SPD ab und fordert einen grundlegenden Kurswechsel. In der Süddeutschen Zeitung sagt er: «Wir haben die Wirtschaft vernachlässigt, wir haben uns zu sehr mit Nebenthemen beschäftigt.»
Schröder verlangt eine Rückkehr zu einem wirtschaftsfreundlichen Reformkurs nach dem Vorbild seiner Agenda-Politik und stellt gleichzeitig die Führungsstruktur der Partei in Frage. Die Doppelspitze bezeichnet er als «Quatsch» und erklärt: «Ich würde sie wieder abschaffen.» Eine Partei wie die SPD brauche klare Führung.
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Auslöser seiner Intervention sind deutliche Rückschläge bei Landtagswahlen. In Rheinland-Pfalz verlor die SPD nach Jahrzehnten die Regierungsführung, in Baden-Württemberg fiel sie mit 5,5 Prozent auf ein historisch schwaches Ergebnis zurück.
Inhaltlich fordert Schröder mehr Reformbereitschaft und Mut zu unpopulären Entscheidungen. Die Partei dürfe bei notwendigen Veränderungen nicht «ständig ein schlechtes Gewissen» haben. Konkret bringt er auch eine erneute Debatte über das Rentenalter ins Spiel, da die letzte grosse Reform rund zwei Jahrzehnte zurückliege.
Personell stärkt Schröder den SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil, dieser sei «ohne Zweifel ein guter Mann», während er Co-Parteichefin Bärbel Bas nicht erwähnt.