Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat China aufgefordert, seinen Markt stärker für europäische Exporte zu öffnen. «Wir brauchen China … damit es sich öffnet, damit Europa sich nicht abschotten muss, und damit es uns hilft, das derzeitige Handelsdefizit, das wir mit ihm haben, auszugleichen», sagte Sánchez laut Euractiv in einer Rede an der Tsinghua-Universität.
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Sánchez kritisierte, dass Europa deutlich mehr Waren aus China importiert als dorthin verkauft. Dieses Ungleichgewicht sei auf Dauer nicht tragbar. Europa wolle fairere Bedingungen, damit beide Seiten ähnlich stark vom Handel profitieren.
Konkret geht es um grosse Summen: Die Europäische Union hatte zuletzt ein Handelsdefizit von 359,3 Milliarden Euro gegenüber China. Auch Spanien ist stark betroffen, mit einem Defizit von 42 Milliarden Euro.
Sánchez forderte Peking auf, seine Handelspolitik gegenüber Europa zu überdenken. «Europa mag auf der Landkarte klein erscheinen. Aber sein Gewicht ist entscheidend, und seine Einheit ist ein Garant für Stabilität und Wohlstand in der Welt – einer Welt, die ohne China nicht zu verstehen ist», erklärte er. «Wir sind aufgerufen, einander zu verstehen und zusammenzuarbeiten».
Die Reise ist Teil eines dreitägigen Besuchs in China, bei dem Sánchez auch Präsident Xi Jinping treffen will. Ziel ist es, chinesische Investitionen nach Spanien zu lenken und zugleich bessere Marktzugänge für spanische Unternehmen zu erreichen.
Nach Angaben der spanischen Regierung geht es dabei nicht nur um bilaterale Interessen. Madrid sieht sich als Vermittler zwischen Brüssel und Peking und will zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Beziehungen beitragen. Grundlage dafür seien die vergleichsweise engen Kontakte zwischen beiden Regierungen.