Wenig hat zu mehr Unverständnis, Kopfschütteln und Zorn geführt als der Vorschlag der Bundesregierung, die Arbeitgeber sollten doch ihren Mitarbeitern bitte schön eine Prämie von 1000 Euro auszahlen.
Abgesehen davon, dass sich kleine und mittlere Unternehmen einen solchen Luxus nicht leisten können, hat die Regierung einen Spaltpilz in die Arbeitnehmerschaft gepflanzt: Warum kriegt der den Tausender und ich nicht?
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Der Vorschlag freilich lässt das Herz von Sozialisten jeglicher Schattierung höherschlagen. Kapitalisten schröpfen ist eine seit je bewährte Methode.
Besonders tun sich die Gewerkschaften hervor. IG-Metall-Chefin Christiane Benner nannte die Prämie zwar nur ein «Strohfeuer». Aber «jetzt haben wir das Ding auf dem Tisch liegen, und unsere Kolleginnen und Kollegen fragen: Wann kriege ich das denn eigentlich?» Und sie gelobte: «Wir werden die Prämie dort holen, wo wir es können. Die Kollegen brauchen Entlastung!»
Scheint allerdings nicht auf die Kollegen zuzutreffen, die bei den Gewerkschaften angestellt sind – als Pförtner, Fahrer, Hausmeister, Sekretärinnen. Sie kriegen keine Prämie. Noch nie was von gutem Beispiel gehört?
Und dann wird allen Ernstes noch gefragt, warum Gewerkschaften und Sozialdemokraten rapide an Zulauf verlieren.