Der saudische Schiedsrichter Khalil al-Ghamdi, den SRF-Journalist Pascal Schmitz in Facebook-Beiträgen als «gelben arabischen Hurensohn» bezeichnet hat, ist ein langjähriger internationaler Unparteiischer mit Einsätzen an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.
Al-Ghamdi, mit vollem Namen Khalil Ibrahim Jalal al-Ghamdi, wurde 1970 in Dschidda geboren und war von 2003 bis 2014 Fifa-Schiedsrichter. Er leitete Spiele an der Fussball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika sowie bei der Asienmeisterschaft 2007. Neben seiner Tätigkeit auf dem Platz arbeitet er als Lehrer und lebt in Riad.
In der Schweiz wurde al-Ghamdi durch die WM-Partie zwischen der Schweiz und Chile im Juni 2010 bekannt. Bei der 0:1-Niederlage der Schweizer stellte er Nati-Mittelfeldspieler Valon Behrami bereits in der 31. Minute vom Platz und verteilte in der Partei insgesamt neun gelbe Karten.
Die Leistung des Schiedsrichters wurde damals von Spielern, Trainern und Kommentatoren scharf kritisiert. Der ZDF-Experte und ehemalige deutsche National-Goalie Oliver Kahn meinte: «Das Rot war völlig übertrieben.» Der damalige Schweizer Nati-Coach Ottmar Hitzfeld sagte: «Mein Pressesprecher hat mir nur gesagt, dass es keine rote Karte war. Ich finde generell, dass bei einer Weltmeisterschaft nur die besten Schiedsrichter pfeifen sollen, die auch sonst in den grossen Ligen pfeifen – und nicht irgendwo am Strand.»
Genau auf dieses Spiel bezogen sich die inzwischen publik gewordenen Äusserungen von Schmitz. Der damalige Radioredaktor schrieb über Schiedsrichter al-Ghamdi: «Der soll doch bitte in Zukunft Kamelrennen pfeifen. Arschloch.» In einem weiteren Beitrag bezeichnete er al-Ghamdi als «gelben arabischen Hurensohn».
Schmitz hat die Beiträge nach seiner «Enthüllung» über das gefälschte Covid-Zertifikat von Patrick Fischer gelöscht. SRF distanziert sich von den Äusserungen. Schmitz selbst entschuldigte sich öffentlich. SRF-Chefredaktor Tristan Brenn hat sich zum Fall bisher nicht geäussert, was Medien-Unternehmer Roger Schawinski, ehemaliger SRF-Moderator, im Tages-Anzeiger kritisiert: «Es ist der heikelste Fall in der SRF-Informationsabteilung seit längerem, und Tristan Brenn als Chefredaktor ist nicht vorhanden, sondern schiebt seinen Stellvertreter vor. Das ist kein Zeichen von guter Führung.»