US-Ermittler haben nach der Schiesserei beim White House Correspondents’ Dinner den mutmasslichen Täter identifiziert, mehrere Waffen sichergestellt und sein Wohnhaus in Kalifornien durchsucht. Nach Angaben der Polizei von Washington, D. C., sowie eines Briefings von Strafverfolgungsbehörden gegenüber dem Sender Fox News handelt es sich um den 31-jährigen Cole Allen aus Torrance.
Die Metropolitan Police erklärte, der Verdächtige habe mutmasslich allein gehandelt. Am Tatort seien zwei Schusswaffen und mehrere Messer sichergestellt worden. Ein Agent des Secret Service wurde in die Schutzweste getroffen und erlitt nach Behördenangaben keine lebensbedrohlichen Verletzungen.
Der frühere FBI-Sonderermittler Jason Pack sagte: «Im Moment, heute Nacht, kennen die Bundesagenten seinen Namen.» Dieser werde «durch jede Datenbank» geschickt – von Strafregister über Militärdienst bis zu Reisebewegungen und bekannten Kontakten. Ziel sei es, in kürzester Zeit ein umfassendes Profil des Täters zu erstellen.
Die Auswertung läuft laut Pack in Echtzeit. «Dieser Prozess dauert Minuten, nicht Tage», sagte er. Bereits kurz nach der Identifikation dürften Staatsanwälte richterliche Bewilligungen beantragt haben – für den Zugriff auf Telefon, E-Mail, soziale Netzwerke und Suchverläufe sowie für Durchsuchungen aller mit dem Namen verbundenen Adressen. FBI-Agenten sicherten in der Folge das Wohnhaus des Verdächtigen.
Im Zentrum steht das persönliche Umfeld. «Was sich in dieser Wohnung befindet […] wird den Ermittlern mehr über das Motiv verraten als fast alles andere», sagte Pack. Dokumente, Datenträger oder Aufzeichnungen könnten entscheidende Hinweise liefern.
Parallel rekonstruieren die Behörden die Bewegungen des Täters vor der Tat. Ausgangspunkt ist das Washington Hilton. «Die Ermittler arbeiten sich rückwärts […] und sie werden nicht aufhören, bis sie den Moment erreicht haben, in dem alles in seinem Kopf begann», so Pack.
Die Ermittlungen laufen unter Hochdruck. Weitere bestätigte Angaben zum Motiv liegen bisher nicht vor.