Auf dem Meltingerberg im Solothurner Jura sollten an exponierter und weithin sichtbarer Lage über 200 Meter hohe Windräder entstehen. Dabei rieche es nach Dunkelkammerpolitik und Vetterliwirtschaft, hatte die Weltwoche berichtet und von einem «Dorfkrieg im Schwarzbubenland» gesprochen.
Darauf bekam die Betreiberin, die Primeo Energie AG, kalte Füsse und zog das Projekt zurück, für das sie jahrelang lobbyiert hatte.
Christian Charisius/DPA/Keystone
Allerdings bestand in der Gegend weiter die Befürchtung, dass die Windräder nun einfach auf dem Boden der Nachbargemeinde Erschwil aufgestellt werden. Doch auch dies ist vom Tisch, wie der Gemeinderat von Erschwil mitteilt. Primeo Energie werde das Windenergieprojekt «derzeit nicht weiterführen». Damit die Vorgaben des Kantons Solothurn erfüllt werden, müssten mindestens drei Anlagen gebaut werden. Dies sei ohne weitere Standorte in der Nachbargemeinde Meltingen aber nicht möglich.
Die Primeo Energie, in deren Verwaltungsrat die Mitte-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter sitzt, hatte insgesamt sechs Windenergieanlagen auf dem Käsel in den beiden Gemeinden geplant. «Wegen mangelnder Akzeptanz in Meltingen wurde die Planung der dort vorgesehenen Standorte Ende 2025 sistiert», heisst es weiter. Damit wurden aus Sicht der Windkraftgegner gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.