Er kämpft an vorderster Front gegen die Nachhaltigkeits-Initiative der SVP und damit gegen eine Begrenzung der Wohnbevölkerung auf zehn Millionen: Christoph Mäder, Präsident des mächtigen Wirtschaftsverbandes Economiesuisse.
Im Interview im Blick schlägt er andere Lösungen dafür vor, der laufenden Zunahme an Menschen im Land zu begegnen: «Verdichtetes Bauen, Hochhäuser, schnellere Verfahren.» Man könne nicht über Wohnungsnot klagen, gleichzeitig aber Projekte blockieren. Mäder fragt rhetorisch: «Warum sollte es in Zürich nicht mehr Hochhäuser geben?»
Ennio Leanza/Keystone
Mit höheren Häusern und mehr Wohnungen liessen sich fraglos mehr Leute unterbringen. Allerdings haben diese die Angewohnheit, auch mal vor die Tür zu gehen, durch die Stadt zu flanieren oder im Zug oder Bus zu fahren. Hochhäuser verbergen den Dichtestress einfach in der Nacht.
Vor allem aber wirkt es leicht zynisch, wenn der Economiesuisse-Präsident Hochhäuser als «eine effiziente Form des Bauens und Wohnens» feiert. Denn er selbst wohnt nicht besonders «effizient», sondern in einem schicken Einfamilienhaus in einem Dorf im Kanton Basel-Landschaft.
Es sind 848 Quadratmeter Grundstücksfläche in einem Quartier, das von lauschigen Wiesen umgeben ist. In einer zweigeschossigen Wohnzone, in der man nicht befürchten muss, dass einem ein Hochhaus vor die Aussicht gestellt wird.
Man kann durchaus Kritik an den strengen Bauauflagen üben und eine Lockerung fordern. Allerdings muss in den Hochhäusern, die dann gebaut werden, auch jemand leben wollen. Geht es nach Christoph Mäder, sollen das bitte die anderen tun.