Ermittler haben wegen des Verdachts auf Korruption und Begünstigung den Amtssitz des französischen Präsidenten Emmanuel Macron durchsucht. Das teilte die Finanzstaatsanwaltschaft PNF in Paris mit. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die Vergabe öffentlicher Aufträge für Festakte im Panthéon, der nationalen Ruhmeshalle Frankreichs.
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Das Präsidialamt erklärte laut AFP, die Durchsuchung sei zugelassen worden, da sie sich nicht gegen Präsident Macron persönlich richte. Zudem sei zuvor sichergestellt worden, dass weder der besondere Schutz des Staatschefs noch militärische Geheimnisse verletzt würden.
Nach Angaben des Enthüllungsblatts «Le Canard Enchaîné» wurden die Zeremonien zur Aufnahme berühmter Persönlichkeiten ins Panthéon seit rund zwei Jahrzehnten regelmässig von derselben Eventfirma organisiert. Die Firma Shortcut Events soll für die Veranstaltungen jeweils rund zwei Millionen Euro in Rechnung gestellt haben.
Ein erster Versuch der Ermittler, den Élysée-Palast in dieser Affäre zu durchsuchen, war im April gescheitert. Damals hatte das Präsidialamt den Zugang unter Hinweis auf die strafrechtliche Immunität des Präsidenten verweigert.
Die Vorwürfe betreffen laut den Berichten nicht nur die Amtszeit Macrons, sondern auch jene seiner Vorgänger François Hollande und Nicolas Sarkozy. Die Eventfirma organisierte demnach unter anderem auch die Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag der alliierten Landung in der Normandie.