Die Medienkonferenz, die der amerikanische Präsident Donald Trump nach der riskanten Rettungsoperation für einen abgeschossenen Luftwaffenoffizier gab, wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortete.
Das überschwängliche Lob, das Trump sich selber, seinen Militärberatern, dem CIA-Chef und den US-Streitkräften ganz generell zollte, war einerseits nicht unverdient, sprengte aber selbst für Trump das übliche Mass.
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Als unbefangenem Beobachter beschlich einen das Gefühl, dass hier nicht umfassend orientiert, sondern reine Propaganda betrieben wurde. Ist bei dieser Mission wirklich alles planmässig verlaufen? Hat man die gesteckten Ziele erreicht? Zweifel scheinen angebracht.
Es erscheint seltsam, dass für eine zeitlich limitierte Aktion von einigen Stunden tief im Feindesland 155 Flugzeuge und Hundertschaften von Militärs eingesetzt wurden, «nur» um einen einzelnen Mann zu retten. Selbstverständlich wäre dessen Gefangennahme durch iranische Streitkräfte eine peinliche Schlappe für die USA gewesen. Zumal die Iraner einen solchen Coup ihrerseits propagandistisch brutal ausgeschlachtet hätten.
Und doch ist es denkbar, dass hinter der überaus aufwendigen Operation eine andere Absicht steckte. Es ist nicht auszuschliessen, dass der eigentliche Plan der Amerikaner darin bestand, in der Region Isfahan die 400 Kilogramm an vermutetem Nuklearmaterial sicherzustellen und im Triumph nach Hause zu bringen. Dies ist den USA unter Umständen misslungen, weshalb sie umso lauter und länger von der Befreiung eines einzelnen Soldaten reden mussten.
Warum hatte der Iran der US-Invasion so wenig entgegenzusetzen? Seit dem Sturz des Schahs ist die iranische Armee fast ausschliesslich auf den Angriffskrieg ausgerichtet, konkret: auf Raketen, um beispielsweise Israel auszulöschen. Weil die Verteidigung indessen schwach ist, konnten sich die USA und die Israelis erstaunlich rasch durchsetzen – und der Iran war in kurzer Zeit so gut wie ausgeschossen.