Im Libanon ist ein zehntägiger Waffenstillstand in Kraft getreten, während die USA eine baldige Einigung im Iran-Konflikt in Aussicht stellen. Das US-Aussenministerium erklärte, «ein zehntägiger Waffenstillstand wurde angekündigt, um Verhandlungen zwischen israelischen und libanesischen Vertretern zu ermöglichen».
Die Feuerpause soll nach Wochen intensiver Kämpfe den Weg für direkte Gespräche ebnen. In Südlibanon kehren laut Medienberichten bereits Vertriebene in ihre Häuser zurück, begleitet von vereinzelten Feiern. Gleichzeitig bleibt die Lage fragil: Der Newssender Al-Dschasira meldete erste Verstösse gegen die Vereinbarung, darunter einen Angriff nahe der Grenze mit Verletzten unter Rettungskräften.
Bilal Hussein/AP Photo/Keystone
US-Präsident Donald Trump erklärte parallel, ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs sei «sehr nahe». Neue Gespräche könnten nach US-Angaben kurzfristig wieder aufgenommen werden, möglicherweise in Islamabad. Pakistan tritt dabei als Vermittler auf und sieht laut eigenen Angaben «positive Signale von beiden Seiten».
Die geopolitischen Risiken bleiben erheblich. Die Internationale Energieagentur warnt vor den Folgen einer möglichen Blockade der Strasse von Hormus. IEA-Chef Fatih Birol sagte, «der Markt unterschätzt die Folgen einer anhaltenden Schliessung», was steigende Energiepreise und Versorgungsengpässe nach sich ziehen könnte.
Zusätzlich erhöhen neue US-Sanktionen und Blockademassnahmen gegen iranische Häfen den Druck auf Teheran. Beobachter sehen darin ein mögliches Druckmittel für die anstehenden Verhandlungen. Gleichzeitig bleibt unklar, ob Akteure wie die Hisbollah den Waffenstillstand langfristig einhalten.
Die kommenden Tage gelten als entscheidend: Gelingt es, die Gespräche zu institutionalisieren, könnte der Waffenstillstand zum Ausgangspunkt einer breiteren Deeskalation werden. Andernfalls droht eine rasche Rückkehr zur militärischen Eskalation.