Hongkong hat die Schweiz erstmals als weltweit grössten Standort für grenzüberschreitende Vermögen abgelöst. Das geht aus Schätzungen der Boston Consulting Group hervor, über die die Financial Times berichtet. Demnach verwalteten Finanzhäuser in der chinesischen Sonderverwaltungszone 2025 internationale Vermögen im Umfang von 2,9 Billionen Dollar.
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Rund 60 Prozent dieser Gelder stammen laut der Studie aus China. Der starke Zufluss vom Festland habe Hongkong an der traditionellen Finanzdrehscheibe Schweiz vorbeiziehen lassen. Bis Ende des Jahrzehnts könnte der Vorsprung gegenüber der Schweiz auf fast 600 Milliarden Dollar anwachsen.
Die Entwicklung spiegelt die wachsende Bedeutung asiatischer Vermögen wider. Chinesische Unternehmen beschaffen wieder vermehrt Kapital über die Börse in Hongkong, gleichzeitig profitieren chinesische Industrien wie die Elektroauto-Produktion vom weltweiten Wachstum. Hinzu kommt ein neuer Trend unter Superreichen: Vermögen werden zunehmend auf mehrere Länder verteilt, um sich gegen geopolitische Risiken, Sanktionen und politische Unsicherheiten abzusichern.
«Das ist ein völlig neues Phänomen», sagte Michael Pellman Rowland von Baseline Wealth Management in der Schweiz der Financial Times. Früher hätten Steuerplanung oder Firmenstrukturen im Vordergrund gestanden. Seit der Corona-Pandemie gehe es immer stärker um «jurisdiktionelle Diversifikation» – also darum, Vermögen bewusst auf verschiedene Staaten zu verteilen.
Die grossen Banken reagieren darauf mit einem Ausbau ihrer asiatischen Standorte. Internationale Institute und Schweizer Privatbanken betreiben heute bedeutende Vermögenszentren in Hongkong und Singapur. Gleichzeitig wächst in der Schweiz die Sorge, sich zu stark auf den Ruf politischer Stabilität zu verlassen. Ein UBS-Banker sagte der Zeitung, die Schweiz verteidige ihre Position im Wealth Management zu wenig aktiv.
Neben Hongkong profitieren auch andere Finanzplätze vom globalen Umbau der Kapitalströme. Dubai wächst seit Jahren stark und zieht Vermögen aus Russland, Indien, China, Europa und den Golfstaaten an. Banken wie UBS, J. P. Morgan und Deutsche Bank haben ihre Präsenz dort deutlich ausgebaut. Allerdings bleibt das im Emirat gebuchte grenzüberschreitende Vermögen mit 721 Milliarden Dollar weiterhin deutlich kleiner als in Hongkong oder der Schweiz.