Die iranische Regierung hat Forderungen der EU zur Wiederöffnung der Strasse von Hormus zurückgewiesen und der Union Doppelmoral vorgeworfen. Dies berichtet Politico. Auslöser war ein Appell der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas, die freie Durchfahrt durch die strategisch wichtige Wasserstrasse sicherzustellen.
Der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Esmail Baghaei, kritisierte die Position scharf. «Oh, dieses ‹Völkerrecht›?! Dasjenige, das die EU hervorholt, um andere zu belehren, während sie stillschweigend einen US-israelischen Angriffskrieg absegnet – und bei Gräueltaten gegen Iraner wegschaut?!», schrieb er auf der Plattform X. Weiter erklärte er: «Keine Regel des Völkerrechts verbietet es dem Iran als Küstenstaat, notwendige Massnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass die Strasse von Hormus für militärische Aggression gegen den Iran genutzt wird.»
OLIVIER MATTHYS / KEYSTONE
Zuvor hatte Kallas betont, dass «nach internationalem Recht die Durchfahrt durch Wasserstrassen wie die Strasse von Hormus offen und kostenfrei bleiben muss». Hintergrund sind jüngste Zwischenfälle, bei denen iranische Schnellboote auf Schiffe geschossen haben sollen.
Mehrere Staaten forderten nach einem Treffen in Paris die «bedingungslose, uneingeschränkte und sofortige Wiederöffnung der Strasse von Hormus». Durch die Meerenge wird ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports abgewickelt. Eine anhaltende Blockade belastet die globalen Energiemärkte.