Deutschland Tour 2026. Die Events in deiner Nähe. Lübeck, Magdeburg, Dresden, Erfurt. Sei dabei. Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie aus dem Haus der schweizerischen Neutralität hier am Zürichsee bei der Weltwoche zur internationalen Ausgabe von Weltwoche Daily. Die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt, zuversichtlich und schweizerisch neutral. am Freitag, dem 28. August 2026. Wichtig, wenn ich von der schweizerischen Neutralität spreche, dann rede ich von einem Prinzip des staatlichen Überlebens, von der Aussenpolitik, einem Prinzip, das über die lange Dauer unserer Geschichte regelrecht erdauert werden musste und immer wieder verteidigt werden musste. Das ist also eine staatliche Veränderung. Doktrin und nicht eine geistige Vorschriftshandlung. Staatliche Neutralität heisst nicht Gesinnungsneutralität für den Schweizer. Wir haben immer prononcierte Meinungen gehabt zum internationalen Geschehen. Nehmen Sie den Zweiten Weltkrieg. Die Schweiz war strikte neutral. Unsere Regierung bemühte sich, die Neutralität so gut es eben ging, glaubwürdig aufrecht zu erhalten. Und wenn heute Leute... Wenn Leute mit Halbkenntnissen so etwas aus der Hüfte heraus behaupten, ja, die Schweiz, die war ja auch nicht neutral, dann liegt dem ein verkürztes, ein polemisches, ein falsches Verständnis zugrunde. Natürlich konnte in diesen kriegerischen Zeiten niemand eine blütenreine Weste bewahren. Selbstverständlich waren die Kräfte, die auf unser Land gewirkt haben, Nicht zuletzt die Kräfte aus dem nationalsozialistischen Deutschland so gross, dass die Schweiz natürlich immer auch in Verdacht kam, ihre Neutralität als heimliche Parteinahme für den Feind der Nationalsozialisten zu interpretieren. Und dieser Verdacht kam eben auf, weil die schweizerische Bevölkerung, weil die schweizerischen Zeitungen so entschieden gegen die Nazis gestanden sind. Und darüber berichten in den Chroniken, in den... Dokumenten und Quellenzeugnissen. Hier diese Bücher des Schweizer Neutralitätshistorikers Edgar Bonjour. Und jeder, der sich zur schweizerischen Neutralität äussern will, zum Zweiten Weltkrieg, der sollte einfach mal lesen, was damals geschrieben, gedacht und gemacht wurde. Tatsache ist, die Schweiz hat in finsterster Zeit in Europa ihr Land, ihre Demokratie, ihren Rechtsstaat verteidigt. Und diese Selbstgerechten... rückwirkenden Mäkerleien und Vorwürfe, wie wir sie heute zum Teil zu hören bekommen, übrigens auch aus Deutschland, was ja im Grunde jetzt von Seiten der Politik der Gipfel, der, nennen wir es, Unsensibilität ist, das sollten wir uns nicht bieten lassen. Also wenn ich von schweizerischer Neutralität spreche, dann rede ich von der staatlichen Neutralität, das heisst, man hält sich aus den Kriegen Dritter raus, diplomatisch. militärisch, wirtschaftlich. Die schweizerische Neutralität ist umfassend, sie ist immerwährend und sie ist bewaffnet. Das heisst, wir brauchen eine starke, glaubwürdige Armee, und zwar eine eigene, nicht eine NATO-Armee, die dann nicht kommt. Eine Kavallerie, auf die du ewig warten musst. Nein, du musst eben selber abschrecken können. Und auch da sind Mythen zu zerzausen. Hochinteressant, wie die schweizerischen Gesandten vor dem Zweiten Weltkrieg an dem Bundesrat berichtet haben. Damals war die Frage, werden die Deutschen Frankreich angreifen über die Schweiz oder werden sie über Belgien, Holland gehen? Und damals ist man übrigens im Gespräch mit den Franzosen von Seiten der schweizerischen Diplomatie zum Schluss gekommen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Angriffe über Holland und über Belgien laufen, obwohl das neutrale Länder waren, die sei viel grösser. Warum? Weil die Schweiz auch neutral sei, aber... sie sei von ihrem Territorium her und von ihren Befestigungsanlagen, ihren Armeestellungen her viel stärker, viel abschreckender und der Preis eines Durchmarsches durch die Schweiz wäre viel, viel höher. Also sei die Wahrscheinlichkeit und so ist sie herausgekommen. Und wenn heute behauptet wird, die Schweizer haben sich einfach angepasst, die sind eingeknickt, die haben die Züge durchfahren lassen durch die Schweiz, natürlich kann man heute auch einiges kritisieren. Und ich sage nicht, dass die Schweizer allesamt Übermenschen und Helden waren, aber die Deutschen waren es auch nicht. Und wenn man heute, vor allem von deutscher Seite, über die Schweiz gelegentlich herzieht, und das machen ja verschiedene Politiker, ich habe es oft erlebt, Auch der... früherer deutscher Bundespräsident Joachim Gauck, hatte sogar die Stirn einmal in der Schweiz auf einem Staatsbesuch, uns da die Geschichte des Zweiten Weltkriegs vorzuhalten. Ich bin immer für eine selbstkritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, verstehen Sie mich recht, das ist übrigens auch die grosse Schwäche Russlands. Die sind da überempfindlich, können nicht verstehen, warum eben im Osten Europas sehr viele Menschen ein nachhaltiges Russland- und Sowjetunion-Trauma haben. Da müsste man sich eben auch mal auf Seiten Moskaus etwas kritischer auseinandersetzen mit der eigenen Geschichte. Aber das können Sie nicht erwarten in einem Kriegszustand, wenn man ohnehin schon in so einem Schlamassel, in so einer Geschichte drin ist. Das müssen wir auch nicht immer bewerten und qualifizieren. Wichtig ist, wie man eben darauf hinarbeiten kann, diesen Krieg, jeden Krieg zu beenden. Und das ist auch interessant, dass den Schweizern eben bescheinigt wurde, damals mit ihrem Festhalten. an der Neutralität, ich rede jetzt vom Beginn des Zweiten Weltkriegs, dass das ein ganz wesentlicher Friedensbeitrag sei. Also, damit wir hier einfach die Begriffe geklärt haben, die schweizerische Neutralität ist entstanden, letztlich auch aus den aussenpolitischen Erfahrungen unseres Landes, nach den Kriegen, nach den Befreiungskriegen, nach den Unabhängigkeitskriegen im 14., 15. und 16. Jahrhundert und Die Schlüsselstelle, das Schlüsseldatum war damals 1515, Schlacht bei Maragnano. Das war die totale Niederlage der Eidgenossen, die in der europäischen Grossmachtpolitik mitmischen wollten. Das war die Geburtsstunde der schweizerischen Neutralität. Das war dann der Anfang dieser Politik, die dann über die Jahrhunderte hinweg verschiedene kleinere Schattierungen, Veränderungen erlebt hat. Aber dann 1815 beim Wiener Kongress. Nicht zuletzt... auf Veranlassen Russlands auch dann völkerrechtlich bekräftigt wurde. Und dank dieser Neutralität sind wir aus mehreren Weltkriegen, die dann gefolgt sind, herausgehalten worden. Das gilt es zu anerkennen. Und da kenne ich dann also gar keinen Spass. Ich bin ja für die Meinungsvielfalt, meine Damen und Herren. Und man darf auch Unsinn erzählen. Aber man kann nicht erwarten, dass ich jeden Unsinn respektiere, der da heruntergebetet wird. Jetzt aber muss ich den Unsinn thematisieren, den ich selber in dieser Sendung schon verbreitet habe. Ich habe Ihnen nämlich gestern gesagt, Dieses Weltwoche-Neutralitätst-T-Shirt, das würde Ihnen auch in Deutschland gut anstehen. Das stimmt. Und es wäre nicht nur modisch, sondern auch politisch für Deutschland darüber nachzudenken, ob die Adaption der schweizerischen Neutralität nicht auch eine gute Denk- und aussenpolitische Handlungsvariante wäre für Irland. Aber in einem Punkt muss ich Sie enttäuschen. Ich kann Ihnen diese T-Shirts nicht nach Deutschland schicken. Da habe ich Ihnen gestern einen Seich erzählt, wie wir in der Schweiz sagen. Habe ich mich einfach geirrt? Habe ich mich davon tragen lassen von meiner Euphorie? Aus logistischen Gründen geht das leider nicht. Man kann das sicher umgehen. Sie könnten zu uns kommen, ins Haus der Neutralität, der Weltwoche hier am Zürichsee. Und wir könnten uns freundlich unterhalten und da könnten Sie vielleicht sogar ein T-Shirt erwerben. Käuflich, ganz legal können das dann einführen. auch unterhalb entsprechender Zollvereinbarung. Ich glaube, Sie müssen das gar nicht verzollen, so teuer wird es dann nicht sein. Im Gegenteil, aber ich kann es Ihnen nicht schicken. Das tut mir leid, dass ich da vielleicht den einen oder anderen schon gewunderig gemacht habe, aber die schweizerische Neutralität, die gilt es übergreifend, zu fast epidemisch, pandemisch wieder in die Hirne zu verpflanzen. Wären alle Länder so neutral, wie die Schweiz einstmals war, wir sind es heute eben auch nicht mehr durch die Übernahme der EU-Sanktionen, das ist ein fürchterlicher Fehler, den wir gemacht haben, das müssen wir jetzt korrigieren, aber wären alle so neutral, wie die Schweiz es einmal war, dann hätten wir keine Kriege auf der Welt. Was sind die Themen? In Deutschland, in den deutschen Zeitungen ist viel mehr Strom drin, als in den Schweizer Zeitungen. Sie sind in einer Stromschnelle, die Elektrizität, die Polarisierung. Die ist greifbar. In der Schweiz ist das jetzt nicht mehr so stark nach dem Abstimmungskampf um die 10 Millionen Schweiz. Wir haben jetzt die Neutralitätsinitiative, ist auch umkämpft. Aber wenn Sie die Schweizer Nachrichtenlage, wenn Sie die Zeitungen vergleichen mit den deutschen Zeitungen, dann liest man hier über diesen merkwürdigen Gang des CIA-Chefs nach... Moskau, ja, die wirren da im Nahen Osten mit Iran. Das sind schon auch Titel, aber die lösen hier jetzt nicht diese emotionalen Ausnahmezustände aus, wie man das in Deutschland regelrecht spüren kann, wenn man in die Zeitungen schaut. Das ist auch interessant. Die Schweiz ist nicht mehr voll neutral, aber sie ist noch ein bisschen neutral und sie ist auch noch relativ unabhängig, wenn auch nach meinem Empfinden viel zu wenig unabhängig. Wir haben uns viel zu sehr schon von der EU... unter Jubeln anbinden lassen. Aber wir sind relativ gesehen immer noch unabhängiger, das heisst weltoffener und damit eben auch distanzierter und weniger betroffen von diesen kriegerischen Ereignissen, in die sich die Bundesregierung geradezu zu stürzen scheint, mit moralistischem Furor, aber ohne militärische Rückendeckung. Das heisst, sie betreiben eine Art geistigen Militarismus ohne Militär. Das ist eine interessante... phänomenologische Neuigkeit in der deutschen Politik, aber leider eben auch gefährlich, weil damit so eine Dynamik entstehen kann, die natürlich auch auf die Schweiz einwirkt, die natürlich auch unsere Neutralität in Misskredit bringen soll. Wir müssen die verteidigen, aber unsere Medien sind eben auch eher wie die deutschen Journalisten auf der Seite der Neutralitätsgegner. Sie würden am liebsten quasi mit wehenden Fahnen in diesen Krieg ziehen aber natürlich selbstverständlich nur von ihrem Schreibtisch aus. Selber würden sie ja nie, die meisten haben ohnehin keinen Militärdienst gemacht, die würden sowieso nicht in diese Frontverläufe sich hineinbewegen. Und auch in Deutschland sind da die wackersten Propagandisten der Verteidigung der westlichen Werteordnung in der Ukraine. Da möchte ich dann sehen, ob die bereit wären, mit der Waffe in der Hand, diese westlichen Werte, die angeblichen in der Ukraine, die ja diese westlichen Werte in vielerlei Hinsicht mit Füssen tritt, Diese werden dann auch zu verteidigen. Aber interessant ist, Sie merken das, Deutschland ist viel stärker von diesen Konflikten betroffen, auch weil man sich so offensiv hineinstürzt und das führt eben auch zu diesem ganzen Gefühl der Aufgeregtheit, diese klirrende Gereiztheit, die wir da sehen, dieses Packheiss, diese kristalline Härte, die sich jetzt da immer mehr in den Debatten auch abbildet, auch innenpolitisch, natürlich die Aussenpolitik spielt in die Innenpolitik hinein. Wie hältst du es mit Russland? Bist du auch gegen Putin? Jeder, der Selenskyj kritisiert, ist ein potenzieller Landesverräter. Das führt natürlich zu viel geistigem Stress. Das macht aus der gemütlichen Bundesrepublik, wie ich sie noch kennengelernt habe, eine Art Kampfzone der Aufgeregtheiten. Das ist hier der Punkt. Wir haben uns angeschaut, ich habe mir angeschaut, jetzt etwas noch zeitverzögert, diese Fernsehdebatte. Ich glaube, im Mitteldeutschen Rundfunk, also in einem der beiden, öffentlich-rechtlichen Sender ist dann ausgestrahlt worden, entweder ARD oder ZDF, habe ich mir in der Schweiz angeschaut, das Duell zwischen Sven Schulze und Ulrich Sigmund, dem CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt. Die CDU regiert in Sachsen-Anhalt seit 24 Jahren und jetzt hat dieser Popstar-Newcomer Ulrich Sigmund. Ich muss Ihnen sagen, ich habe ihn ja auch interviewt, Sie haben das Interview vielleicht gesehen, das ich mit ihm gemacht habe, hier in seinem Mh. Ja, im Landtag, glaube ich, im Landtagsgebäude von Magdeburg waren wir da. Magdeburg sowieso eine der unglaublichsten deutschen Städte. Faszinierend natürlich auch in der ganzen Tragik der Mitleidenschaft, Gezogenheit des Zweiten Weltkriegs. Gerade in Deutschland sollte man doch, wenn man in einer Stadt ist wie Magdeburg, sollte man doch sehen, was es heisst. Wenn man in Kriege eingreift, ich meine, ich verstehe das gar nicht, was ist denn eigentlich mit den Deutschen los? Das sind ja eure Städte, über tausend Jahre alt, sind ausradiert worden, sind dem Erdboden gleichgemacht worden, bis zu 80, 90 Prozent der historisch gewachsenen architektonischen Substanz ist in einer Art Mongolensturm des Abendlandes mit diesen Brandbomben, mit diesem Bombenkrieg aus ekrasiert worden. Mein Grossvater war Schweizer, Auslandsschweizer, Berufsfeuerwehrmann in Königsberg. Der hat uns nächtelang erzählt, wie das war, als die Briten ihre Phosphorbomben auf da die brennenden Flüsse und die Innenstadt und diese Verheerungen. Ich meine, wenn man das einmal erlebt hat, kann ja die Folge nur sein, nie mehr in einem Krieg. Zuerst einmal die Möglichkeit eines Kriegs, vereiteln alle diplomatischen Möglichkeiten zuerst einmal ausschöpfen. Aber an diesem Punkt ist man nicht. Die deutsche Politik hat sich in einen Zustand der sprungbereiten Konfliktbereitschaft, der Kriegstüchtigkeit, der Kriegsbereitschaft hinein. ...geredet, hineinhalluziniert, obwohl man gar nicht die militärischen Möglichkeiten hätte, so einem Krieg überhaupt gewachsen zu sein. Aber wo ist jetzt da eigentlich der flächendeckende Widerstand? Und ich glaube, dass Sachsen-Anhalt, vielleicht eben Magdeburg, dieses leidgeprüfte, ja noch relativ junge Bundesland, dieses etwas Artifizielle, glaube ich, es ist da, bitte korrigieren Sie mich, wenn ich ein Mist erzähle, das ist erst später etwas zusammengerückt worden. Aber vielleicht ist eben dort die Zustimmung zu einer alternativen Politik so gross, weil eben die sachsen-anhaltische Bevölkerung, die Deutschen, dass dort eben die Wähler, die Stimmbürger, die Stimmbürger haben sie nicht, die Wähler, die Bürger, dass die sagen, da stimmt doch einfach etwas nicht, wir wollen keine Kriege mehr. Und wir sehen ja noch, was die letzten Kriege, was der letzte Krieg, da sind wir ja auch. mit einer Verrücktheit hineinmarschiert. Das glaubt einem heute gar niemand mehr, wie so etwas möglich war. Da dürfen wir doch nicht, natürlich stets aus den nobelsten Motiven, nicht noch einmal in diesen Abgrund hineintaumeln, hineinschlafwandeln oder im Stechschritt gar der persönlichen Überzeugtheit hineinrennen. Das ist der Ausgangspunkt. Das ist vielleicht auch das Optimistische. Das ist der Lichtblick, dass es eben doch kehrt, dass es dreht in Deutschland. Dass die Leute sagen, der Kaiser ist nackt, er ist nicht einmal ein Kaiser, er ist Friedrich Merz. Und er ist nackt und diese Politik, diese selbstzufriedene, egozentriker Politik, diese machtgewohnten Parteien, die schauen ja gar nicht aufs Land, die schauen ja gar nicht auf uns, die hören gar nicht auf uns. Die verleumden uns, sie beleidigen uns, sie beschimpfen uns, wenn wir sagen, ja wir wollen aber keine andere Zuwanderungspolitik, wir wollen keinen Krieg mit Russland. Wir wollen wieder bezahlbare Energie. Und jetzt müssen wir uns da von denen da oben, die nichts auf die Reihe kriegen, auch noch als Nazis beschimpfen lassen. Das geht doch nicht. Und da merken die Leute, dass das nicht mehr stimmt. Dass diese etablierte Politik nicht zuerst aufs Land schaut, sondern vor allem zuerst für sich. Und da verdichtet sich natürlich der Verdacht, dass Friedrich Merz, der Bundeskanzler, sozusagen der oberste Machtoptimierer ist. Gewissermassen die Verkörperung. Dieses politische Unheils einer Klasspolitik, die zuerst an sich denkt und nicht an die Bevölkerung, nicht ans Wohl des Landes. Jetzt kann man argumentieren, die deutsche Politik und ein deutscher Politiker, und das sage ich mit allem Respekt, als Schweizer, ist auch in einer verdammt kniffligen und schwierigen Lage, ich will das gar nicht abstreiten, dass für die deutsche Politik es immer schwieriger ist, weil Deutschland ist einfach ein Sonderfall. Natürlich, die Geschichte ist noch nicht so weit zurück, man muss sich anpassen. Man ist da immer auf einer schwierigen Gratwanderung und das ist mühsam, das ist unangenehm, das ist anspruchsvoll und es ist auch tatsächlich eine Aufgabe, der man dann auch persönlich gewachsen sein muss. Aber, und bei Berücksichtigung auch all dieser mildenden Umstände, muss man einfach sagen, für mich zumindest, hat sich herausgestellt, dass das wichtigste Motiv, der wichtigste Antrieb, In der politischen Karriere von Friedrich Merz ist Friedrich Merz. Und das kann ich daraus ablesen, dass er eben nicht so gehandelt hat, wie ein um Deutschland besorgter Politiker gehandelt hätte. Er hätte nämlich gesagt, ich will Kanzler werden, um etwas für das Land zu tun, für Deutschland. Und ich habe meine Grundsätze... Ich habe meine Überzeugungen, ich bin ein liberal-konservativer Politiker. Und jeder Parlamentarier, jeder Deutsche ist herzlichst eingeladen, mir zu helfen, dieses Programm, das ich da offen vor Ihnen auf den Tisch lege, dieses Programm umzusetzen. Ob dieser Politiker von den Linksextremen kommt, ob er von der SPD kommt, ob er von den Grünen kommt, ob er von der FDP kommt, Ob er von der AfD kommt, das ist mir egal. Mir geht es um die Sache, nicht um die Parteien. Mir geht es um Deutschland, nicht um meinen Posten. Wenn er das gesagt hätte, sagen würde, wenn er die Kraft hätte, so etwas zu sagen, dann wäre er ein Held in Deutschland. Da müsste man nicht darüber diskutieren, ob man irgendwelche Parteien beobachten muss oder ob da ein möglicher Ministerpräsident wie ein Shootingstar sich entsprechend produziert. Aber der entscheidende Punkt ist, er hat es eben nicht gesagt. Er hat die Brandmauer zum wesentlichen Teil seiner Politik erklärt. Das heisst sich selbst. Ich muss Kanzler werden. Egal mit wem, egal was das heisst für das Land, egal was wir dann für einen Stillstand oder eben eine letztlich links geprägte Politik haben. So handeln Politiker, denen es vor allem um den eigenen Posten geht. Und das merken jetzt immer mehr Deutsche. Sie sagen, wir wollen das nicht. Und das ist jetzt das Fernsehduell, auf das ich eigentlich zu sprechen kommen wollte, Zwischen. Sven Schulze und Ulrich Sigmund. Schauen Sie sich das an. Sie haben es sicherlich schon angeschaut. Eine gute halbe Stunde. Die Moderatoren haben natürlich Sigmund häufiger unterbrochen. War zu erwarten. Klar, er ist ja auch ein Gegner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Da kann man vielleicht auch nicht erwarten, dass die Journalisten dann super neutral sind. Aber es hat sich eben trotz allem ein interessantes Gespräch ergeben. Und mein Eindruck ist, Ulrich Sigmund. Hellwach, kein böses, kein beleidigendes Wort. Verbindlich, selbstbewusst, hat sich da den Schneid nicht abkaufen lassen, war aber auch nicht arrogant, hat immer wieder die Hand ausgestreckt. Und als man ihn dann festzunageln versuchte, auf dem Stil der AfD, das ist ja immer die Hilflosigkeit, wenn man sagt, reden wir über den Stil, wenn Sie über die Inhalte nicht sprechen wollen, reden Sie über den Stil, mit den Flachzangen, da hatte ich gesagt, ja gut, ich meine, politisch sind Sie eine Flachzange, Herr Schulze, aber persönlich würde ich jederzeit mit Ihnen... einen Tee oder einen Kaffee trinken gehen, überhaupt kein Problem. Aber hier geht es doch darum, die Dinge beim Namen zu nennen und die Politik, die da betrieben wird von der CDU, nicht zuletzt seit 24 Jahren in Sachsen-Anhalt, das kann ich jetzt persönlich zu wenig beurteilen, aber so hat das dargestellt, das ist ja nun wirklich nicht gerade das Gelbe vom Ei. Und ich glaube, da hat dieser Ulrich Sigmund einmal mehr punkten können. Er ist ein politisches Naturtalent, er ist auch ein genialer Verkäufer, ob er das alles umsetzen kann, was er da sagt. Aber er wirkt nicht wie einer, der da irgendwie das Gelbe vom Himmel, das Blaue vom Himmel herunter verspricht, sondern er wirkt tatsächlich wie ein sehr engagierter junger Mann, der seinen Standpunkt überzeugend und auch sympathisch rüberbringen kann. Und dem gegenüber wirkte der, ja erst seit relativ kurzem, sich als Ministerpräsident amtierende Sven Schulze, also sozusagen wie die Verkörperung der Abgelöschtheit der Macht. Also der hat so ausgesehen, Wie der berühmte Schweizer Kabarettist Emil Steinberger einmal formuliert hat in einer Politiker-Kabarettnummer, sie sehen aus wie einer, bei dem es die Birne geputzt hat. Eine Birne, das ist eine, wie sagt man dem auf Deutsch, um Himmels Willen, eine Leuchtbirne, die sie da in eine Lampe hineinschrauben, ihnen hat es die Birne geputzt, also da ist ein Lichtlein ausgegangen. So hat er gewirkt, die Sattheit der Macht und immer so von oben herab. mit etwas, Sie haben ja keine Ahnung, wovon Sie reden, ja, was machen Sie da, ja, wissen Sie, und Ihr Umgang, Ihre Entourage und so weiter, etc., etc., das ist sozusagen, ja, die ganze Erschöpftheit auch der Macht. Man hat im Regelrecht angespürt, dass da gar keine Energie mehr da ist, das in die Zukunft zu führen. Aber klar, persönlich hat er natürlich in den Umfrageergebnissen, liegt er vorne, das hat er dann gesagt, ich habe ja mehr Zustimmung als Sie, Die würden ja lieber mich. wählen. Und da hat dann Sigmund schlagfertig zurückgegeben, ist ja klar, alle AfD-Gegner stehen ja hinter ihnen, von ganz weit links aussen bis zur CDU. Und das ist so. Sie haben in Sachsen-Anhalt im Grunde nur noch zwei Parteien. Da entstehen sich die Dinge zur Kenntlichkeit. Auch noch interessant, wie Sigmund reagiert hat, als ihn die Moderatorin gefragt hat, ja eben, der Herr Schulze hat ja die Zustimmung der meisten Leute, er hat ja bessere persönliche Umfrageergebnisse als Sie. Wo liegen denn die Unterstützer von Sven Schulze falsch? Dann hat Sigmund gesagt, wer sagt denn, dass die Leute falsch liegen? Nein, das ist die politische Auseinandersetzung. Alle Parteien von allen Seiten sind für Schulze, weil sie gegen die AfD sind. Und darum hat er diese Zustimmung. Auch da ist er nicht in die Polemik abgerutscht. hat sich auch nicht auseinander dividieren lassen mit der Parteichefin Alice Weidel, die jetzt da fürchterlich zusammengestampft werden soll wegen ihrer Aussage, die Politiker seien Flachzangen. Ich kannte diesen Ausdruck gar nicht, finde ihn eigentlich noch lustig. Politische Flachzanger, wir sagen manchmal Tiefseetaucher, sind sie nicht gerade geistig. Oder der eine ist ein Leichtmatrose, das hat zum Beispiel der Helmut Kohl immer wieder gesagt. Das ist immer interessant. wenn die Gegner einer Partei über den Stil reden, über so Worte wie Flachzangen und ihre Empörung zelebrieren. Also ich würde sie nie als Flachzange bezeichnen. Dafür bezeichne ich sie laufend als Nazi und als verdeckten Hitler-Gefolgsmann. Aber ich würde sie selbstverständlich nie beleidigen als Flachzange. Ich meine, das ist ja lächerlich. Da entstellt sich ja auch wiederum dieser Moralismus zur Kettlichkeit. Ich schaue mir hier noch etwas auf die Notizen. Ja, der Ton werde da schärfer, sagte eine Moderatorin, dabei ist er gar nicht schärfer geworden. Sigmund hat sich da sehr freundlich eigentlich geäussert. Also, Sven Schulze... Trump würde sagen Low Energy. Sven Schulze hat dann noch gesagt, ja, die Ölpreise seien so hoch wegen Donald Trump und seinem Iran-Krieg, den ja die AfD so vergöttert, den Donald Trump. Also das wirkte dann schon ziemlich hilflos. Dabei weiss ja jeder Deutsche, vor allem auch jeder Ostdeutsche, dass die Energiepreise vor allem deshalb so hoch sind, weil eben die Deutschen sich entschieden haben, beziehungsweise die Regierung sich da an diesen Kriegsanstrengungen gegen Russland zu beteiligen. Ist ja klar. Und die Gefährlichkeit ist gross. Da hätte man vielleicht von Seiten Sigmunds noch mehr darauf hinweisen können, was diese Politik bedeutet. Er hat sich dann gut gewehrt, als ihm Sven Schulze vorhielt, ja, sie haben ja da den Trump vergöttert, sie sind ja auf Washington, war auch nicht so geschickt, ich hätte jetzt eher von seiner Seite die Putin oder die Russlandreisen der einiger AfDler thematisiert. Das ist ja der Skandalaufreger da in der allgemeinen, oberflächlichen Stimmung. Aber Sigmund hat es dann eigentlich geschickt. selber gemacht hat, hat gesagt, ja, aber wir sind ja nicht nur zu Trump gegangen, wir sind ja auch zu Putin gegangen. Das heisst, wir nehmen eigentlich den Auftrag der Aussenpolitik viel ernster als ihre CDU, indem wir eben mit beiden Seiten reden, weil wir wissen, dass Deutschland irgendwie verwundbar ist. Wir müssen ja auch mit allen Seiten gut auskommen. Also kurzum, hier ist ein politisches Naturtalent des Auftritts, der Präsentation, auch der Debatte, der Auseinandersetzung hervorgetreten und Und... Das heisst jetzt noch nicht, dass das ein glänzender Ministerpräsident ist, aber zumindest vom äusseren Eindruck her ist hier klar, wer da als Sieger hervorgegangen ist. Sven Schulze, Senkblei, Ulrich Sigmund, ein hellwacher, quicklebendiger, freundlicher, sympathisch wirkender und auch jegliche Bösartigkeit, böse Worte vermeidender Politiker, vielleicht etwas ähnlich wie der Schweizer. Toni Brunner, den wir in der SVP lange gehabt haben. Ich habe da durchaus gewisse Ähnlichkeiten erkannt, wobei man als Schweizer sich immer hüten sollte, selbstverständlich ausländische und inländische Parteien irgendwo zu vergleichen. Aber wir reden hier ja offen und ich sage Ihnen einfach meine persönlichen Eindrücke, ohne politische Agenda und Hintergedanken. Jetzt in diesem Zusammenhang ist es ja auch schon verrückt, dass man solche Erklärungen mitliefern muss. Senkblei Schulze. Ja, die CDU und Friedrich Merz, ich glaube, man merkt es eben auch in der CDU, die haben Öl im Gefieder. Das Pulver ist feucht geworden, wenn es jemals Pulver gegeben hat. Da ist einfach kein Pupf drin, da ist kein Pfeffer drin. Und das zieht alle runter. Und kürzlich war ja auch der Thorsten Frei bei Markus Lanz. Und der wirkte auch schon so abgelöscht. Dabei ist das noch ein dynamischer Politiker. Von dem hatte ich eigentlich immer einen sehr guten Eindruck. Aber der ist auch schon verbraucht. Der ist da irgendwie auch schon entenergetisiert worden. Der Strom ist weg. Dann ist mir noch aufgefallen, ganz kurz, wir haben die Sendezeit, die Redezeit schon überschritten, zwei Dinge noch aus der Deutschen Wochenzeitung, die Zeit, und das erwähne ich hier, weil die Zeit ein Blatt ist, das natürlich auch zum Ausdruck bringt, wie das deutsche Establishment denkt, wie es tickt. Das ist sozusagen die Sprache der Obrigkeit. Und da ist es interessant, dass eben diese Zeitung auf... Ihre Titelseite in einem Leitartikel jetzt diese sehr links aussen stehenden Demokraten in den USA lobt und sagt, ja also die tragen eben den Zorn der neuen Generation Rechnung. Das ist die Stärke dieser neuen sehr links stehenden Demokraten in Amerika, dass sie den Zorn der Bevölkerung hier in die politische Arena tragen. Und als ich das gelesen habe, habe ich mich gefragt, ja... Mit dem gleichen Argument könnte man die AfD loben, sagen, der grossartige Verdienst der AfD ist es, den Zorn, die Entrüstung, die Empörung, die Enttäuschung der Leute in die demokratische Arena zu tragen. Und das ist übrigens auch genau der Fall. Das ist das Verdienst. Wenn man das sagt, dann muss man aber auch das andere sagen. Und wenn man merkt, dass eben die Linken sich einfach frei entfalten können, von aller Seite Applaus bekommen, aber wenn dann auf der bürgerlichen, auf der rechten Seite sich ebenso vehement natürlich die die Befürworter einer anderen politischen Richtung äussern. Das ist nicht eine Nazi-Politik, sondern eine bürgerlich-konservative Politik. Dann werden die beschimpft, dann werden sie verunglimpft. Das zeigt ihnen, dass eben die deutschen Zeitungen, die deutschen Medien, was sie schon längst erkannt haben, irgendwie eben nicht parteineutral denken. Sie sind Teil parteiischer Milieus. Sie sind... Partei im Parteienkampf, geben aber ihre Argumentationen als unabhängig aus. Aber das sind sie nicht, sie sind parteiabhängig und das sehen sie eben wunderbar an solchen Artikeln. Ein anderer Text, der mir zu denken gegeben hat, ist da die Titelgeschichte. Die Ausgabe ist schon die eine oder andere Woche alt. Müssen wir Russland wirklich füchten, auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen? Ja, und da ist also ein ganzseitiges Plädoyer gehalten worden, dass Deutschland jetzt irgendwie zurückschlagen muss gegenüber Russland, wegen dieser Drohnenvorfälle in Leipzig, wobei überhaupt nicht klar ist, was da genau der Hintergrund ist, aber eben auch wegen angeblicher oder auch tatsächlicher Eskalationen Russlands völlig ausgeblendet wird, dass Selenskyj dauernd mit deutscher Hilfe unter anderem eskaliert, dass das eben immer Eskalation gegen Eskalation bringt, dass sich Deutschland hier selber natürlich immer mehr ins Visier rückt, dass russische Politiker dies auch sagen, dass die Entrüstung dort steigt. Das will man ja gar nicht wahrnehmen. Das wird immer weggewischt als russische Propaganda. Ich habe mich mit vielen Russen unterhalten, einflussreichen russischen Politikern bis in die Regierung. Und die sind entsetzt darüber, was die deutsche Politik ist. Jetzt muss man sich ja diese Position nicht zu Eiger machen, aber man muss sie zur Kenntnis nehmen. Selbst wenn man Russland als Feind betrachtet, und mittlerweile hat sich Deutschland in eine Feindesstellung manövriert. Die deutsche Politik hat Russland zum Feind deklariert. Die Neue Zürcher Zeitung in der Schweiz möchte, dass die Schweiz dies auch tut. Wenn du das machst, dann bist du im geistigen Kriegszustand und vielleicht dann auch im tatsächlichen, im realpolitischen Kriegszustand. Aber interessant an diesem Artikel in der Zeit ist, dass man so überrascht tut, ja, aber wieso eskalieren die jetzt? Ja, die greifen eben uns an, wie sie immer schon eigentlich den Westen angreifen wollen. Also die selbsterfüllende Prophezeiung, Putin wollte schon immer den Westen angreifen. Man blendet komplett aus. Dass man selber schon voller Akteur ist, Protagonist, Kriegstreiber in dieser Eskalationsspirale. Und ich glaube, das macht vielen Deutschen Angst. Und es sollte den Deutschen auch Angst machen. Es macht auch mir Angst. Es besorgt auch mich. Ich finde das hochgefährlich und ich kann es nicht nachvollziehen. Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte mit den zerstörten Städten. Ich meine, wenn es jemand begriffen haben muss, meine Damen und Herren, dann sind es doch die Deutschen. dass man alles unternehmen muss, zu verstehen, aber es gibt eben offensichtlich in der deutschen Politik oder in gewissen Kreisen der deutschen Politik einen ganz anderen Impuls. Und das ist der Impuls, sich von historischer Last und Schande zu befreien, indem man sich heute angeblich auf die Seite des Guten stellt, um das angeblich Böse zu zertrümmern. Und darum findet eben diese hochinteressante, könnte man sagen, klinisch interessante psychologische Übertragung des Begriffs Hit Hitler auf Putin statt. Oder eben des Begriffs, des Schreckgespenstes, der Erinnerung, diese ganze Sondermülldeponie des Nationalsozialismus, die wird gewissermassen aus ihrem Grab herausgeschaufelt, um sie dann auf die AfD zu schmeissen und auf Putin, damit eben diese deutschen Gutmenschen, vor allem in der Politik, sich aufschwingen können und sagen, jetzt haben wir die Chance, endlich Hitler zu besiegen. In Gestalt seines Wiedergängers und Doppelgängers Putin, Und die Fuss-Truppen da, die da aus den Gräbern gestiegen sind, eben mit diesem ganzen Sondermüll von uns bekleistert, die AfD und ihre Millionen von Wählern, denen können wir jetzt sagen, wir können jetzt uns beweisen und der ganzen Welt, dass wir gute Menschen sind, ungeachtet der Konsequenzen, ungeachtet der Folgen. Und auch wenn ganz Europa nochmal in Flammen aufgehen sollte, wenn es zum Weltkrieg kommen sollte, noch einmal zum Dritten Weltkrieg, und wir rücken immer näher dran, dann haben wir wenigstens bewiesen, dass wir auf der guten Seite gestanden haben. Das ist übrigens strukturell der gleiche Moralismus, der in der früheren Phase, lesen Sie Hermann Lübbe, politischer Moralismus, genau dieser Moralismus ist das Verderben, das Verhängnis Deutschlands gewesen in den 30er und 40er Jahren. Jetzt werden Sie sagen, das hat doch nichts mit Moral zu tun. Das stimmt, Moralismus ist das Gegenteil von Moral, weil Moral würde die Wirklichkeit in Betracht ziehen. was sind verträgliche Regeln und Handlungen. in der praktischen Auswirkung. Der Moralismus ist die reine Gesinnungsethik, das ist die reine Ideologie, der man eben huldigt. Und weil die Ideologie so gut ist, ermächtigt man sich auch zu allen möglichen Schandtaten. Das ist natürlich in der Nazizeit, auch unter den Kommunisten, übrigens in Russland, bis zum Exzess zelebriert und praktisch umgesetzt worden. Aber man gebe sich keine Täuschung hin, also auch die finstersten Kriegsverbrecher der Nationalsozialisten, waren am Ende subjektiv davon überzeugt, ideologisch zumindest haben sie das dokumentiert, der Welt einen Gefallen zu tun. Dass der Nationalsozialismus wie auch der Internationalsozialismus in den Augen der jeweiligen Befürworter war ein Projekt der Weltbeglückung. Und man muss da vielleicht auch schlimme Dinge tun, wo gehobelt wird, da fallen Späne. Aber am Ende stehen wir auf der richtigen, stehen wir auf der guten Seite. Das ist die unheimliche Wahrheit. die hier zum Vorschein kommt. Und ich weiss, Das wird jetzt vielen von Ihnen möglicherweise zu invasiv sein, aber ich kann Ihnen sagen, dieses Thema, das beschäftigt mich und meine Familie seit vielen Jahrzehnten. Und wenn Sie sich fragen, warum mischt es sich überhaupt da in die deutschen Belange ein, dann kann ich Ihnen sagen, weil eben Deutschland, die deutsche Geschichte, Teil meiner Kindheit, meiner Familie ist. Und natürlich ist das auch immer wohlfeil, aus der Schweiz heraus so etwas zu sagen. Und ich will mich da auch nicht grösser hochhängen, als ich da letztlich bin, Aber... Diese Entwicklung, da kann man nicht einfach dazu schweigen. Und das ist eine, für uns auch, Lebensgeschichte, familiengeschichtlich. Wie für Sie alle auch, die uns da zuschauen aus Deutschland. Das ist einfach eine dringliche Erfahrung. Und als Journalist haben Sie die Pflicht, eben auch Dinge anzusprechen, sich einzumischen, wo man sich als neutraler Schweizer Staatsmann, als Angehöriger unserer Regierung, niemals einmischen dürfte. Aber ich rede hier eben nicht als Bundesrat, da müsste ich nämlich den Mund halten. Ich rede als Schweizer, 25% Deutscher, als Europäer und als Journalist, der eben den Auftrag hat, den Pegelstand des Unsins und auch gelegentlich der Langeweile etwas zu senken. Wobei in heutiger Zeit kann man nur dankbar sein, wenn es langweilig wird. Denn die Intensität, die Nicht-Langeweile, die wir jetzt in den Medien zum Teil erleben. ist Ausdruck einer sehr unerfreulichen und ungemütlichen Entwicklung. Ich danke Ihnen, dass Sie meiner spontanen Brandrede bis hierhin gefolgt sind. Ich verspreche Ihnen, es wird wieder kürzer in der nächsten Woche und auch etwas näher an den Nachrichten. Aber man muss hier doch die wesentlichen Dinge zur Sprache bringen. Bis bald. Ich habe geschlossen. Ich wünsche Ihnen ein wunderschönes Wochenende. Bleiben Sie dabei und denken Sie darüber nach. Schweizerische Neutralität. Vielleicht auch für Deutschland. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch. Und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst niemand zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Leser. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. Alle Abo-Optionen finden Sie auf unserer Website www.weltwoche.de sowohl für Print als auch digital und massgeschneidert auch für Deutschland. Und wenn Sie bereits Abonnent sind, dann möchte ich mich an dieser Stelle einfach mal bei Ihnen bedanken und wünsche Ihnen nun viel Vergnügen beim nächsten Video.