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Musik Grüezi miteinander, ich begrüsse Sie ganz herzlich zu einer weiteren Ausgabe von Weltwoche Daily Spezial. Mein Name ist Roman Zeller und wie immer bei den Meilensteinen der Schweizer Geschichte ist bereit neben mir Prof. Christoph Mörgeli. Wir befinden uns im Kanton Bern, hinter uns ein Denkmal, Leuenberger. Christoph, was ist das Thema der heutigen Sendung? Was ist der Meilenstein der Schweizer Geschichte? Grüezi miteinander. Wir befinden uns in Rüderswil im Emmental und hinter uns ein Obelisk für den sogenannten Bauernführer, man sagt ihm auch Bauernkönig. Niklaus Leuenberger erstammte von hier, war auf dem Hof Schönholz, heute noch ein Bauernhof, allerdings nicht mehr in der ursprünglichen Gestalt, er ist im 18. und 19. Jahrhundert erneuert worden. Aber Niklaus Leuenberger hat hier seit 1903 ein Denkmal. zum 250. Jahrestag dieses grossen schweizerischen Bauernkrieges eingeweiht. Und man muss sagen, Leuenberger war vorher lange Zeit von der Bernischen Obrigkeit natürlich nicht ein gern gehörter Name. Und man hat Verschiedenes versucht, um sein Andenken nicht allzu hoch zu hängen. Das hat nicht geklappt. Mittlerweile ist gerade... in der Bauernschaft auf der bernischen Landschaft, Niklaus Leuenberger, ein ganz gewichtiger Name und auch weit darüber hinaus, nämlich ein Symbol, eine wichtige Figur, ein Anführer dieses Schweizerischen Bauernkrieges von 1653. Was hat er Spezielles geleistet? Warum ist er so bekannt? Und warum wird er vor allem auch so verehrt in diesen Kreisen? Leuenberger ist eigentlich fast gegen seinen Willen in die Rolle dieses Bauernführers hineingedrückt worden. Man hat ihn als fähig erachtet, er war auch hoch angesehen, er gehörte zu den hablichen, eher wohlhabenden Bauern. Er war auch Mitglied des Landgerichts Rannflü, verkehrte freundschaftlich mit dem Landvogt der Bernischen Obrigkeit. Aber... In dieser Zeit nach dem Dreissigjährigen Krieg war es eine sehr, sehr schwierige wirtschaftliche Situation für den Bauernstand. Und diese Jahre haben zu ganz grosser Unzufriedenheit in weiten Teilen der bäuerlichen Bevölkerung des Schweizerischen Mittellandes geführt. Wer war Niklaus Leuenberger? Wie ist er aufgewachsen? Woher kommt er? Was war das für ein Mann? Niklaus Leuenberger ist... wahrscheinlich im Jahr 1615 geboren worden. Und er war 38, als dieser Bauernkrieg dann aktuell wurde. Also nicht mehr ein ganz junger, kein übermütiger Spring ins Feld, sondern ein bedächtiger, überlegter Mann in seinen besten Jahren. Er hat die erste Frau verloren, hat mit einer zweiten Frau fünf Kinder, mit der ersten schon zwei Kinder gezeugt. Und war in der Gegend wirklich respektiert. Und weil er eben ein gutes Wort führte, weil er eben auch taktische, militärische Kenntnisse hatte, aus eigener Erfahrung ist er dann zum Wortführer eigentlich aufgestiegen. Anfänglich bei einer ersten Landsgemeinde der unzufriedenen Bauern in Trachselwald vom 24. März 1653. Was ist da passiert? Da haben die Bauern eigentlich beschlossen, dass es so nicht mehr weitergeht, dass sie die Steuern verweigern, dass sie gegenüber ihrer Obrigkeit in der Stadt Bern hart auftreten wollen und sich nicht mehr alles bieten lassen. Interessant ist, dass eben die Unruhen auch auf andere Gebiete überschwappten, schon vorher. waren die Entlebucher sehr, sehr unzufrieden. Sie haben sich schon im Februar zu einer grossen Manifestation getroffen in Heiligkreuz im Entlebuch. Und so war eigentlich die bäuerliche Bewegung interessanterweise über die Konfessionsgrenzen hinweg zwischen Reformierten und Katholiken beschlossene Sache. Das ist doch bemerkenswert in einer Zeit, wo natürlich die Religion eine noch... eine ganz, ganz grosse Rolle spielte. und auch klare Grenzen ansonsten festsetzte. Was war das für eine Zeit? Wie sah die Schweiz damals aus, dass genau so etwas, wie du jetzt beschrieben hast, über die Konfessionsgrenzen hinaus, ein Zusammenschluss, dass so etwas möglich war? Wie gross war der Missstand? Was waren die Probleme? Wo drückte der Schuh? Die schweizerische Bauernschaft hat gute Zeiten erlebt während des Dreissigjährigen Kriegs, 1618 bis 1648. sich. Man konnte vor allem im oftmals zerstörten süddeutschen Raum sehr, sehr gut exportartikellos werden, also bäuerliche Produkte zu guten Preisen verkaufen, die sehr begehrt waren. Als jetzt aber der Frieden von Westfalen, von Münster und Osnabrück stattgefunden hat, 1648, da war es mit der Herrlichkeit vorbei. Die Bauern haben sich auch in Deutschland erholt, die Bevölkerung war wieder besser ernährt und die Landwirtschaft geriet in eine wirkliche Krise. Hinzu kam, dass die Obrigkeit im Zuge einer Inflation die eigenen Kupfermünzen abgewertet hat. Sprich, die Stadt Bern hat den Batzen, der eine wichtige Rolle spielte, bei den Bauern um die Hälfte abgewertet. Man hat die... eigenen Stadtbürger frühzeitig darüber informiert und die konnten dann noch rechtzeitig ihre Münzen einwechseln und ihr Schärfchen ins Trockene bringen. Die Bauern hatten natürlich diese Informationen nicht und waren dann die Lackierten und so haben viele ihr Ganzes, ihr Halbes, ein Drittel ihres Vermögens verloren. Das war natürlich auch eine tragische Entwicklung und hat dazu beigetragen, dass man jetzt Steuern verweigerte und dass man zunehmend erbittert war. auf die Obrigkeit, das galt hier für die Berner Bauern gegen die Stadt Bern, galt genauso für die Entlebucher und andere Luzern-Landschäftler gegen ihre Stadt Luzern. Die Unruhen griffen auch über auf den Kanton Solothurn, auf den Kanton Basel, damals noch nicht Baselland, der Kanton war noch nicht geteilt. Und so hat sich diese Bauernbewegung, diese Unzufriedenheit, immer weiter ausgebreitet während des Jahres 1653. Was hat das Fass zum Überlaufen gebracht? Das Fass zum Überlaufen brachte wohl schon diese Abwertung des Patzens. Das war eine wirklich nicht geschickte Aktion. Und vor allem eben, dass man wusste, dass die Stadtbürger, die Bessergestellten, sich da rechtzeitig auch ihr Vermögen sichern konnten, hat sehr viel. zur Unzufriedenheit beigetragen. Jetzt kam es zu weiteren Zusammenkünften, also nach dieser ersten in Trachselwald, wo Leuenberger seine Forderungen formuliert hat, hat er dann doch wieder den Treuheit auf seine Obrigkeit abgelegt. Aber es kam dann zu einer weiteren Versammlung in Sumiswald. Das war am 23. April. 1653 und da wurde er zum Bauernanführer gewählt, auch von den Luzernern, von den Solothurnern, den Basel-Landschäftlern. Und er war also folglich eigentlich bei den kommenden, auch bewaffneten Auseinandersetzungen, die Führungsgestalt mit rotem Mantel auch überall sichtbar. Wo er auftauchte, wusste man, Leuenberger ist da. Bei weiteren Versammlungen in Hutwil, es waren insgesamt zwei, hat man auch einen Bundesbrief geschrieben. Und die Bauern waren so selbstbewusst, dass sie eigentlich volle Gleichberechtigung forderten gegenüber den Stadtbürgern, denen sie ja untertan waren in diesen absolutistischen Zeiten. Also man hat, heute würden wir sagen, moderne Forderungen nach Gleichberechtigung, nach Mitsprache gestellt. Was war Niklaus Leuenberger? War er Bauer? Politiker, Aktivist? Er war ein bisschen alles, er war sicher kein gelernter Politiker und hatte hier auch Defizite. Er war auch nicht ein wahnsinnig geschickter Stratege in militärischen Belangen, sicher auch nicht wahnsinnig gut. Das hat er auch gewusst, er hatte nicht ein übertriebenes Selbstbewusstsein, aber seine... Mitbürger, seine Mitbauern haben ihm eben sehr viel zugetraut und haben ihn dann letztlich in eine Rolle gedrängt, die ihm nicht behagte. Denn es sollte jetzt langsam gegen den... Sommer zu bewaffneten Auseinandersetzungen kommen. Was geschah dann? Ist man eine Art Bürgerkrieg in der Schweiz? Man könnte das fast so bezeichnen. Jedenfalls sind die unzufriedenen Bauern mit einem sehr grossen Heer Richtung Bern gezogen. Es waren etwa 12'000 Mann. Die Stadt Bern hatte damals 8'000 Einwohner. hatte grösste Bedenken in der Stadt und ist dann bei den Verhandlungen den Bauern weit entgegengekommen. Man hat versprochen, sie steuerlich zu entlassen, wenn sie eben nur nicht in die Stadt einmarschieren und möglichst friedlich wieder abziehen. Man hat Ende Mai 1653 den Vertrag von Murifeld abgeschlossen und hierauf haben sich dann die Truppen doch wieder etwas zerstreut. Nur, die Berner dachten überhaupt nicht daran, in der Stadt sich an diese Bestimmungen zu halten. Im Gegenteil, man hat jetzt die Kriegervölker, über die man damals verfügte, zusammengetrommelt und hat sich geschworen, dass man gegen die aufständischen Bauern bewaffnet vorgeht. Mit einem blutigen Krieg? Mit einem etwas... blutigen Krieg. Es gab nicht wahnsinnig viele Opfer, aber es kam tatsächlich zum Krieg. Gleichzeitig übrigens haben auch die Luzerner die Stadt belagert. Man wollte auch eine Brotsperre einrichten, also man wollte gewissermassen mit Sanktionen die Stadt zur Aufgabe zwingen. Da waren die Anführer Hans Hemmenegger und Christian Schiebi, ein wahnsinnig starker Bauer. der auch fremde Kriegsdienste geleistet hat. Also das waren die Ereignisse in Luzern. Und jetzt hat man von Zürich aus eidgenössische Truppen zusammengezogen, genau wie eben die Berner, die Wattländer, die Untertanen ebenfalls dabei, ihre Truppen zusammengezogen haben. Und unter dem Kommando von General Konrad Wertmüller ist dann ein Heer von etwa 8000 Mann. Das waren die Zürcher, auch die Landschaftler dabei, denn die Zürcher haben beim Bauernkrieg nicht mitgemacht. Es waren die Schafhauser, es waren Leute aus dem heutigen Kanton St. Gallen, aus dem Thurgau, sogar aus Graubünden, die eben dieses eidgenössische Heer ausmachten. Man hat Richtung Aargau jetzt den Marsch angetreten mit 800 Kavalleristen, 18 Kanonen hat Mellingen besetzt und bei Wohlenschwil kam es dann wirklich zu einer Schlacht, in dem eben eine Einigung nicht zustande kam, in dem General Konrad Wertmüller die Bedingungslase Kapitulation der Bauern gefordert hat. Man war allerdings gegenüber dem Bauernheer von etwa 24.000 Mann, die sich da in den Anhöhen versteckt hielten. Eigentlich restlos überlegen, aber eben militärisch, taktisch waren diese Truppen besser. Sie hatten eben auch Kanonen und konnten damit wirklich erheblichen Schaden anrichten. Es sind nicht Tausende gefallen, aber sicher 100, 150, 200 bei dieser Schlacht von Wohlenschwil. Vor allem ist auch das Dorf, die Kirche von Wohlenschwil, unglaublich zerstört worden. Niklaus Leuenberger, was für eine Rolle spielte er bei dieser Schlacht? Niklaus Leuenberger hat versucht, diese Schlacht zu führen. Er hat sie aber dann verloren. Die Bauern haben sich zerstreut. Sie waren demoralisiert, vor allem eben auch durch den Bogenbeschuss, durch die Artillerie. Sie hatten eine schlechte Bewaffnung, oft noch fast nicht viel mehr als Heugabeln, jedenfalls Morgensterne und Ähnliches. Das waren natürlich nicht richtig gut ausgebildete, an den Feuerwaffen geschickte Krieger. Und man hat das Gefecht von Wohlenschwil entschieden verloren. Leuenberger ist nach Herzogenbuxsee geeilt, denn dort haben mittlerweile die Berner die Landschaft aufgerollt. Man hat viele Höfe niedergebrannt. beispielsweise die Stadtmauern von Wiedlisbach niedergerissen und in Herzogenbuxsee wurden dann die Bauern endgültig geschlagen durch das Heer von Sigmund von Erlach. Und dieser Sigmund von Erlach, übrigens später Schultheiss von Bern, hat ein furchtbares Blutgericht in der Folge gegen die Aufständischen angerichtet. Was war die Folge für die Bauern nach dieser Niederlage? Die Folge für die Bauern war, dass ihre Anführer natürlich jetzt wirklich blutigst bestraft wurden. Niklaus Leuenberger hat sich versteckt, wurde aber verraten. Er kam dann in Gefangenschaft des Landvogts Tribolet und wurde nach Bern ausgeliefert. Dort verhöhnt, verspottet, öffentlich abgeführt. Er wurde gefoltert, zum Tode verurteilt mit anderen 20 Bernern und mit dem Schwert enthauptet. Anschliessend noch gevierteilt und alle vier Körperteile. an den jeweiligen Zufahrtsstrassen Richtung Bern öffentlich aufgehängt. Das ist ja das Interessante, auch das Grausame an der mittelalterlichen Justiz. Mit dem Tod hört es nicht auf, man kann dann eben noch vierteilen und so weiter. Und so hat also Bern wirklich fürchterlich gehaust. Auch in Basel sind sieben Anführer hingerichtet worden unter Führung. von Bürgermeister Rudolf Wettstein, der ansonsten ein gutes Andenken hat in der Schweiz, weil er ja die Unabhängigkeit vom römisch-deutschen Reich erreicht hat im westfälischen Frieden. Und es waren dann die Zürcher, die eigentlich ein bisschen warnten, man solle es jetzt gut sein lassen und es sei jetzt genug Blut geflossen. Man hat gefunden, dieser Sigmund von Erlach geht jetzt doch etwas weiter, hat übrigens heute ein prachtvolles. Grabmal im Schloss Spierz. Kam es irgendwann noch zu einer Versöhnung zwischen den Bürgerlichen, den Städtischen und den Bauern? Eine Versöhnung war schwer möglich. Die Erbitterung war gross, auch bei den Bauern, die jetzt natürlich wieder in die... Untertänigkeit verpflichtet wurden. Man kann aber insgesamt sagen, dass dieser bemerkenswerte Bauernaufstand doch dazu geführt hat, dass die herrschenden Städte ihre Herrschaft nicht bis zur Spitze getrieben haben. Also der Absolutismus wurde dann irgendwann ein bisschen gemildert. Das war sicher eine Folge dieses Bauernaufstandes und man hat auch versucht, die wirtschaftliche Lage der Bauern. erträglicher zu gestalten, denn auch die städtischen gnädigen Herren wussten, wenn wir die Bauern gegen uns aufbringen, haben wir keinen Frieden im Land, haben wir kein Brot, keine Nahrung, haben wir keinen wirtschaftlichen Wohlstand. Also den städtischen war der Wert der Bauern schon irgendwie bewusst? Das ist eindeutig, denn es ist klar, gerade beim Staat Bern, auch in Luzern, lag der Wohlstand. des Staatswesens zu einem ganz wesentlichen Teil auf dem agrarischen Sektor. Und das wusste man durchaus zu würdigen. Und so gesehen ist man dann doch ein Stück weit in der Folge auf die Bauern wieder zugegangen. Aber entsprechende Gedichte, Lieder oder eine Verherrlichung dieser Opfer, dieser Märtyrer für die bäuerlichen Sachen, könnte man sagen, wurden also nicht geahndet und sehr, sehr lange streng verfolgt. Das galt jedenfalls so lange, wie eben das Ancien Regime bis 1798 geherrscht hat. Bis in die Gegenwart werden die Bauern etwas abschätzig belächelt und auch behandelt. Das seien die Subventionsweltmeister der Schweiz. Was verdankt die Schweiz eigentlich den Bauern? Was würdest du da sagen? Wie kann man diese Berufsgattung... entsprechend würdigen. Was zeichnet sie aus? Was macht sie so bedeutungsvoll für die Schweiz? Es ist natürlich im Grunde so, dass wir alle von Bauern abstammen. Wir alle haben letztlich, oder fast alle jedenfalls, bäuerliche Vorfahren. Irgendwann. Und das macht sich sicher bemerkbar. Die Bauern sind sesshaft. Die Bauern sind in der Regel eher konservativ. also gegenüber dem neuen. Mitunter kritisch, auch wenn sie sich technisch dem Fortschritt absolut angepasst haben und hier heute zeitgemäss wirtschaften. Aber sie bilden natürlich einen Rückgrat der Schweiz, denn die Schweiz wurde von Bauern gegründet und immer wieder auch von Bauern. gerettet. Die Städter waren manchmal eher etwas, sagen wir mal, weniger eidgenössisch gesinnt und haben sich dann auch nach fremden Herrschaften umgesehen und sich zuweilen dann auch mit solchen verbündet und die Bauern haben das wieder richtig gestellt. Also dieser grosse Schweizer Bauernkrieg ist ein bedeutendes, auch europaweit bedeutendes Ereignis, ein wirklicher Aufstand in diesem Absolutismus von unten. Man hat schon gesagt, das war die erste eigentliche Revolution. Die Marxisten haben sich auch erfreut an diesem Bauernaufstand, ob zu Recht oder zu Unrecht. Aber man kann sagen, dass sicher zu Beginn des 20. Jahrhunderts dann diese bäuerlichen Aufstände dieses Jahr 1653 ganz anders gewürdigt wurde als zuvor. Das hat aber mit dem damals erwachten Neuen... bäuerlichen Selbstbewusstsein zu tun. Das war beispielsweise die Gründung des Schweizerischen Bauernverbandes. Der war ausserordentlich mächtig. Dann schon bald hat die Forderungen auch klar durchgegeben. Der Direktor galt schon fast als achter Bundesrat. Und er hat dann wirklich auch Einfluss genommen, zum Beispiel in der Versorgung des ersten... Weltkriegs, ganz wichtig damals die Landwirtschaft und dann auch natürlich im Zweiten Weltkrieg mit der berühmten Anbauschlacht. Und das Denkmal hinter uns stammt jetzt aus dieser Zeit, wo man sich eben an diese bäuerlichen Märtyrer wieder erinnert hat, wo das Selbstbewusstsein dieses Nährstandes wächst, wo man sich durchaus bewusst ist, dass eben die Berner Bauern in diesem Falle hier eine ganz, ganz... wichtige Rolle spielen. Wenig später, dann im Jahr 1918, sollte dann auch die Bernische Bauerngewerbe und Bürgerpartei als rasch stärkste Kraft in diesem Kanton gegründet werden. Mit Vorbild Niklaus Leuenberger oder war der mitunter einfach eine Figur dieser Bewegung oder war er fast schon eine Ikone dann auch? Er war eine Ikone, ich glaube, das kann man sagen, für die bernischen Bauern. Es gab dann auch ganz grosse Manifestationen bei solchen Denkmal-Einweihungen oder eben dann auch bei Jahrestagungen. Bundesrat Rudolf Minger, ein Vertreter dieser Bauerngewerbe- und Bürgerpartei, als erster Bundesrat, hat an solchen Ereignissen gesprochen. Und man kann sagen, dass das Selbstbewusstsein der Bauern doch mit diesen frühen Vorkämpfern wie Niklaus Leuenberger zusammenhing. Das haben wir noch vergessen. Was gibt es noch anzumerken zu den Bauern, zu den Aufständen, zu Niklaus Leuenberger? Ich glaube, man muss wirklich betonen, dass dieser Bauernkrieg bemerkenswert ist, Mitte des 17. Jahrhunderts. absolutistischen Zeit, wo eben nicht alle Schweizer gleiche Rechte hatten, wo eben die Städte vielfach über die Landgebiete regierten. Vor allem in den heutigen Stadtkantonen war das der Fall. In der Urschweiz war es etwas anders. Da waren auch die Bauern gleichberechtigt und da hat man natürlich mit grossem, sagen wir mal, Neid auf die Innerschweizer Bauern geblickt, namentlich auch die Luzerner. die eben selbstständige, eigenständige und mit Sprache berechtigte Staatsbürger waren und an den Landsgemeinden genauso viel zu sagen hatten letztlich wie eben der vornehmste Ratsherr. Lieber Christoph, ganz herzlichen Dank für diese Ausführung. Ihnen danken wir ganz herzlich für die Aufmerksamkeit, wünschen Ihnen ein wunderschönes Wochenende und bis zum nächsten Mal bei Weltwoche Daily Spezial. Und vor allem den Meilensteine der Schweizer Geschichte. Vielen Dank und bis zum nächsten Mal.

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Meilensteine der Schweizer Geschichte: Prof. Christoph Mörgeli über Bauern-Ikone Niklaus Leuenberger und die blutige Revolution der Landbevölkerung gegen die Städter von 1653

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Meilensteine der Schweizer Geschichte: Prof. Christoph Mörgeli über Bauern-Ikone Niklaus Leuenberger und die blutige Revolution der Landbevölkerung gegen die Städter von 1653
Meilensteine der Schweizer Geschichte: Prof. Christoph Mörgeli über Bauern-Ikone Niklaus Leuenberger und die blutige Revolution der Landbevölkerung gegen die Städter von 1653
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Kapitel

  1. Einleitung und Begrüssung
  2. Standortbeschreibung und Einführung in das Thema
  3. Niklaus Leuenbergers Hintergrund und Denkmal
  4. Wirtschaftliche Lage nach dem Dreissigjährigen Krieg
  5. Die Zeit der Unzufriedenheit und konfessionelle Grenzen
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