Nach der Aufnahme eines mit Ebola infizierten US-Arztes in der Berliner Charité ist nun auch seine Familie unter strengen Sicherheitsvorkehrungen nach Deutschland gebracht worden. Das Bundesgesundheitsministerium teilte in der Nacht mit, dass Ehefrau und vier Kinder des Mannes in die Sonderisolierstation des Universitätsklinikums aufgenommen wurden. Hintergrund sei ein Hilfeersuchen der US-Behörden gewesen.
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Der Arzt hatte sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit dem Ebola-Virus infiziert und war bereits am Mittwochmorgen in die geschützte Isolierstation der Charité eingeliefert worden. Nach Angaben der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC befindet sich der Mann in stabilem Zustand. Auch seine Familie reiste mit einem Spezialflugzeug nach Berlin und wurde anschliessend in einem besonders ausgestatteten Infektions-Rettungswagen zur Klinik gebracht. Der nächtliche Konvoi wurde von Polizei, Feuerwehr und mehreren Krankenwagen eskortiert.
Brisant ist ein Bericht der Washington Post, wonach die USA dem infizierten Arzt zunächst die Rückkehr ins eigene Land verweigert haben sollen. Die Zeitung beruft sich auf mehrere mit dem Vorgang vertraute Quellen. Dadurch habe sich die Evakuierung verzögert, bis Deutschland schliesslich die Aufnahme organisiert habe. Das Weisse Haus wies die Darstellung zurück und bezeichnete sie als «absolut falsch».
US-Aussenminister Marco Rubio bedankte sich unterdessen öffentlich bei Deutschland. Auf der Plattform X schrieb er: «Vielen Dank an Bundeskanzler Merz und unsere Freunde in Deutschland für ihre schnelle Unterstützung.» Man sei dankbar für die Partnerschaft.
Die Angehörigen des Arztes gelten als Kontaktpersonen, nachdem sie sich ebenfalls im Kongo aufgehalten haben. Nach Angaben der Behörden zeigten sie zuletzt keine Symptome und wurden negativ auf Ebola getestet. Trotzdem werden sie nun vorsorglich unter strengen Isolationsbedingungen überwacht.
Die Sonderisolierstation der Charité auf dem Campus Virchow-Klinikum gilt als eine der modernsten Einrichtungen Europas für hochgefährliche Infektionskrankheiten. Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und verläuft häufig tödlich. Im Osten des Kongo kommt es immer wieder zu Ausbrüchen der Krankheit.