Die US-Gleichbehandlungsbehörde EEOC hat die New York Times wegen angeblicher Diskriminierung eines weissen männlichen Mitarbeiters verklagt. Wie die Behörde mitteilte, soll das Medienunternehmen bei der Besetzung einer Führungsposition im Bereich Immobilienjournalismus gegen das amerikanische Arbeitsrecht verstossen haben. Die Klage wurde vor einem Bundesgericht im südlichen Bezirk von New York eingereicht.
Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
Nach Darstellung der EEOC überging die Zeitung Anfang 2025 einen langjährigen Redaktor bei der Besetzung der Stelle des stellvertretenden Immobilienredaktors. Der Mitarbeiter habe über umfangreiche Erfahrung im Immobilienjournalismus verfügt, sei jedoch nicht einmal zu den abschliessenden Bewerbungsgesprächen eingeladen worden. Laut Klageschrift sei keiner der Kandidaten in der letzten Auswahlrunde ein weisser Mann gewesen.
Die New York Times habe stattdessen eine externe Bewerberin eingestellt, die laut EEOC nur geringe oder keine Erfahrung im Immobilienjournalismus gehabt habe. Zudem sei sie ohne das übliche Auswahlverfahren in die letzte Bewerbungsrunde aufgenommen worden. Die endgültige Auswahl sei erfolgt, obwohl die interne Bewertungskommission andere Kandidaten besser eingestuft habe.
Die EEOC verweist in der Klage auf frühere Diversity-, Equity- und Inclusion-Programme der Zeitung. In einem «Call to Action» aus dem Jahr 2021 sowie in weiteren Veröffentlichungen habe sich das Unternehmen das Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen und nichtweissen Mitarbeitern in Führungspositionen zu erhöhen.
EEOC-Chefin Andrea Lucas erklärte, es gebe «keine Diversity-Ausnahme» im amerikanischen Arbeitsrecht. Jede Benachteiligung aufgrund von Hautfarbe oder Geschlecht verstosse gegen Bundesrecht. Die Behörde kündigte an, entsprechende Fälle unabhängig von der Grösse oder Bedeutung eines Unternehmens konsequent zu verfolgen.