Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

«Untergräbt die Demokratie»: UN-Berichterstatterin warnt vor Parteiverboten in Deutschland und kritisiert Praxis des Verfassungsschutzes

Anhören ( 1 min )
«Untergräbt die Demokratie»: UN-Berichterstatterin warnt vor Parteiverboten in Deutschland und kritisiert Praxis des Verfassungsschutzes
«Untergräbt die Demokratie»: UN-Berichterstatterin warnt vor Parteiverboten in Deutschland und kritisiert Praxis des Verfassungsschutzes
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Die UN-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit, Irene Khan, hat Deutschland vor einer Einschränkung demokratischer Grundrechte gewarnt. Das sagte die Juristin in einem Interview mit der Berliner Zeitung. Khan erklärte, der Raum für freie Meinungsäusserung in Deutschland werde enger. Besonders kritisch äusserte sie sich zu möglichen Parteiverboten und zum Einsatz des Strafrechts gegen politische Äusserungen.

Copyright 2023 The Associated Press. All rights reserved
Irene Khan, UN-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit
Copyright 2023 The Associated Press. All rights reserved

«Die Demokratie durch das Verbot politischer Parteien zu retten, untergräbt die Demokratie selbst», sagte Khan. Parteiverbote seien «sehr, sehr einschneidende Massnahmen» und sollten nur im Extremfall ergriffen werden. Mit Blick auf die Debatte über ein mögliches AfD-Verbotsverfahren erklärte sie, man müsse darauf achten, «es nicht zu übertreiben, nichts vorwegzunehmen und keine ganze Gruppe von Menschen auszuschliessen». Stattdessen sei es produktiver, auf die Wählerschaft zuzugehen und gesellschaftliche Ursachen für politische Unzufriedenheit zu thematisieren.

Die UN-Berichterstatterin kritisierte zudem den aus ihrer Sicht zunehmenden Rückgriff deutscher Behörden auf das Strafrecht. Das deutsche Strafgesetzbuch enthalte zahlreiche Bestimmungen zu Propaganda, Symbolen oder sicherheitsrelevanten Themen, die zunehmend zur Regulierung von Meinungsäusserungen eingesetzt würden. Besonders problematisch sei der Begriff «Extremismus», der vom Verfassungsschutz verwendet werde, ohne klar definiert zu sein.

Khan äusserte sich auch kritisch zu Paragraf 188 des deutschen Strafgesetzbuches, der Beleidigungen von Politikern unter erhöhte Strafe stellt. Politiker müssten «ein dickes Fell» haben und dürften den Paragrafen nicht nutzen, um legitime Kritik zu unterdrücken. Der übermässige Einsatz solcher Regelungen könne Polarisierung verstärken.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 02.06.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.