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«Unser Finger bleibt am Abzug»: Warum die Waffenruhe mit dem Iran in Israel mehr Zweifel als Zuversicht weckt

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«Unser Finger bleibt am Abzug»: Warum die Waffenruhe mit dem Iran in Israel mehr Zweifel als Zuversicht weckt
«Unser Finger bleibt am Abzug»: Warum die Waffenruhe mit dem Iran in Israel mehr Zweifel als Zuversicht weckt
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Israel reagiert mit Skepsis statt Erleichterung auf die Waffenruhe mit Iran. Laut Politico lässt die Feuerpause zentrale Sicherheitsbedenken Israels ungelöst und verstärkt den Eindruck, der Konflikt sei lediglich ausgesetzt.

Der Bericht stützt sich unter anderem auf Aussagen israelischer Politiker und offizieller Stellen. Oppositionsführer Jair Lapid kritisierte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in einem Post auf X scharf: «Es gab in unserer gesamten Geschichte noch nie eine solche politische Katastrophe. Israel sass nicht einmal mit am Tisch, als Entscheidungen getroffen wurden, die den Kern unserer nationalen Sicherheit betrafen.»

RONEN ZVULUN / KEYSTONE
Benjamin Netanjahu an einer Medienkonferenz in Jerusalem
RONEN ZVULUN / KEYSTONE

Zugleich sagte er: «Die Armee hat alles ausgeführt, was von ihr verlangt wurde, die Bevölkerung zeigte aussergewöhnliche Widerstandskraft, aber Netanjahu ist diplomatisch gescheitert, strategisch gescheitert und hat kein einziges der Ziele erreicht, die er selbst gesetzt hat.»

Die Vereinbarung beendete die Offensive früher als von Israel angestrebt. Weder das iranische Atomprogramm noch die Raketenproduktion oder die regionalen Stellvertreterstrukturen seien entscheidend geschwächt worden, heisst es im Bericht. Die Diskrepanz zwischen militärischem Aufwand und politischem Ergebnis prägt die innenpolitische Debatte.

Auch im Verhältnis zu den Vereinigten Staaten zeigt sich ein Spannungsfeld. Obwohl das Abkommen in Israel verbreitet als unzureichend gilt, bleibt offene Kritik selten. Laut Politico haben nur wenige Präsident Donald Trump öffentlich kritisiert, obwohl viele Israelis das Abkommen als deutlich ungenügend einschätzten.

Gleichwohl breche innerhalb der Koalition punktuell Kritik auf. Der Knesset-Sicherheitschef Zvika Foghel habe den Präsidenten der Vereinigten Staaten öffentlich angegriffen: «Donald, du bist wie eine Ente davongekommen» – ein hebräischer Ausdruck für Schwäche; später habe er den Beitrag gelöscht. Parallel zeichnet sich laut einem anonym zitierten Strategen ein politisches Patt ab: Die Rechte sehe sich um den Sieg gebracht, die Linke spreche von Versagen, ohne selbst überzeugende Alternativen zu bieten.
Sicherheitskreise warnten, die Waffenruhe verschaffe Teheran operative Zeit. Ehemaliger Verteidigungsminister Avigdor Lieberman habe von einer «Auszeit» für das Regime gesprochen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu äusserte sich erstmals nach Ende des Pessach-Festes öffentlich zum Abkommen. Er erklärte, die Vereinigten Staaten hätten sich eng mit Israel abgestimmt, Iran sei «schwächer denn je», die israelischen Kriegsziele jedoch noch nicht erreicht. «Wir haben noch Ziele zu erreichen — und wir werden sie entweder durch ein Abkommen oder durch die Wiederaufnahme der Kämpfe erreichen», sagte er. «Unser Finger ist am Abzug.»

Die Lage bleibt angespannt. Die Kampfhandlungen kamen erst in den frühen Morgenstunden zum Stillstand, nachdem beide Seiten noch in der Nacht Angriffe durchgeführt hatten.

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