Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach kritisiert Äusserungen von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) beim bundesweiten Aktionstag «Zusammenhalt in Vielfalt» scharf. Im Interview mit der Welt bezeichnete Bosbach den Auftritt der Ministerin als «unglaublichen Vorgang» und erklärte, Bas habe «weite Teile der Bevölkerung unter latenten Faschismusverdacht gestellt». Auf die Frage nach möglichen Konsequenzen sagte Bosbach: «Ich hätte mich nicht gewundert, wenn der Kanzler sie rausgeworfen hätte.»
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Bas hatte in ihrer Rede über Anfeindungen und Diskriminierungserfahrungen von Menschen gesprochen, die «vermeintlich anders sind und von einer Norm abweichen». Sie nannte dabei Menschen mit Behinderung, Queere und Transpersonen. Mit dem Aufstieg populistischer Parteien spitze sich die Lage zu. «Die offene Gesellschaft wird zum Bedrohungsszenarium. Das sogenannte Fremde zum Angriff auf unsere Kultur betitelt. Das kennen wir leider aus der Vergangenheit, gerade aus der deutschen Geschichte», sagte die SPD-Politikerin. Daraus müsse man lernen und Konsequenzen ziehen.
Die Ministerin rief dazu auf, die «vielfältige Gesellschaft» zu verteidigen. Dabei erklärte sie: «Wir wollen Farbe bekennen und wehren uns auch gegen dieses sogenannte Einheitsgrau – oder ich will es sogar Braun nennen –, auch wenn manche sich sogar danach sehnen. Aber so ist es halt nicht mehr. Und das ist auch gut so.» Zudem betonte Bas die Bedeutung von Zuwanderern als Fachkräfte und für die gesellschaftliche Vielfalt.
Bosbach wies die Aussagen entschieden zurück. «Braun steht für völkisches, für rassistisches, für nationalistisches Denken, für das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte», sagte er. Er äusserte die Vermutung, die Ministerin habe mit ihrer Formulierung ihre tatsächliche Haltung zum Ausdruck gebracht.