Langsam dämmert es den EU-Granden, dass der neue Ungar nicht so anders ist als der alte. Péter Magyar ist kein Vollstrecker Brüsseler Direktiven. Kein Euro-Gewächs wie der ehemalige EU-Rats-Vorsitzende Donald Tusk, den man erfolgreich in Warschau installiert hatte.
Ebenjenen Tusk besuchte Magyar nun auf seiner ersten Auslandsreise – zur grossen Freude in Polen. Doch der Ungar enttäuschte die Gastgeber. Der Haken: Er ist kein Ideologe, sondern Pragmatiker.
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Vor allem ist er kein Russenfresser, und deshalb sprach Magyar Selbstverständlichkeiten aus: «Wir haben Orbán geschlagen, aber die Geografie hat sich deswegen nicht verändert; Russland wird dort bleiben, wo es ist.»
Die Konsequenz: «Wenn der Krieg vorbei ist, wird die gesamte Europäische Union zum Kauf von russischem Gas zurückkehren, weil es billiger ist. Es diktiert Wettbewerbsfähigkeit, Geografie.»
Es ist zum Fremdschämen, dass diese schlichte Wahrheit nicht nur in Polen, sondern auch in Brüssel und anderswo in der EU verleugnet wird. Deshalb wird es ein bitteres Erwachen geben, wenn sie Realität wird.
Und Brüssel sollte bei seinen Wahleinmischungen erkennen: Sei vorsichtig, was du dir wünschst.