Die ukrainische Armeeführung entlässt einen Kommandeur nach Berichten über unzureichend versorgte Soldaten an der Front bei Kupjansk. Dies berichtet der Guardian. Zuvor hatten Fotos aus sozialen Medien mehrere stark abgemagerte Soldaten gezeigt.
Die Bilder wurden von der Ehefrau eines betroffenen Soldaten veröffentlicht. Sie berichtete, die Männer hätten über Monate hinweg kaum Nahrung und Wasser erhalten. «Die längste Zeit ohne Essen betrug siebzehn Tage. Man hat ihnen über Funk nicht zugehört, oder vielleicht wollte niemand zuhören», schrieb sie. Die Soldaten hätten Regenwasser getrunken und Schnee geschmolzen, um zu überleben.
Ukrainian 93rd Mechanized brigade
Angehörige erklärten, die Einheit habe rund acht Monate lang eine Stellung am linken Ufer des Oskil-Flusses gehalten. Die Versorgung sei nur per Drohne möglich gewesen. Eine weitere Verwandte sagte: «Kämpfer verlieren vor Hunger das Bewusstsein.»
Das Militär bestätigte logistische Probleme. Ein Sprecher erklärte, Lieferungen würden ausschliesslich mit Drohnen erfolgen, da sich die Position nahe an den russischen Linien befinde. Diese versuchten gezielt, Nachschub zu unterbinden.
Nach Bekanntwerden der Vorfälle setzte die Armeeführung den zuständigen Kommandeur ab und leitete eine Untersuchung ein. Nach Angaben aus dem Umfeld der Soldaten hat sich die Lage inzwischen verbessert. Eine Ehefrau schrieb: «Es gibt einen neuen Kommandeur. Er hat uns angerufen und gesagt, dass die Situation gelöst wird. Und das geschieht auch.» Es seien neue Lieferungen eingetroffen, zudem werde eine Evakuierung geprüft.