Vor der griechischen Ferieninsel Lefkada haben Fischer eine scharfe maritime Kampfdrohne mit rund hundert Kilogramm Sprengstoff entdeckt. Nach Angaben griechischer Behörden handelt es sich eindeutig um ein unbemanntes Wasserfahrzeug ukrainischer Bauart. Der Vorfall sorgt in Athen für erhebliche Spannungen mit Kiew und löst Sorgen um die Sicherheit im Mittelmeerraum aus.
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Wie das Nachrichtenportal Telepolis berichtet, identifizierten griechische Ermittler die Drohne als Modell des Typs Magura V5 – ein System, das die Ukraine bereits mehrfach gegen russische Schiffe im Schwarzen Meer eingesetzt haben soll. Nach Angaben griechischer Stellen weisen Seriennummern, technische Merkmale und die Satellitensteuerung über Starlink auf einen ukrainischen Ursprung hin. Ukrainische Quellen und auch der Hersteller der Drohne weisen die Vorwürfe jedoch zurück.
Die griechische Regierung betrachtet den Vorfall als «äusserst ernste Entwicklung». Aussenminister Giorgos Gerapetritis erklärte am Rande eines EU-Aussenminister-Treffens in Brüssel, Griechenland werde «keine militärischen Aktionen im weiteren Mittelmeerraum, insbesondere nicht in Richtung Griechenland, zulassen». Verteidigungsminister Nikos Dendias warnte zudem vor den Risiken für Schifffahrt, Tourismus und Umwelt. Besonders im stark befahrenen Ionischen Meer hätte eine Kollision mit einem Passagier- oder Kreuzfahrtschiff schwerwiegende Folgen haben können.
Nach bisherigen Erkenntnissen könnte die Drohne entweder von einem Schiff aus gestartet oder von einer maritimen Basis in Südalbanien oder Libyen aus eingesetzt worden sein. Ein direkter Weg aus dem Schwarzen Meer über Bosporus und Ägäis gilt laut den Ermittlern als unwahrscheinlich. Diskutiert wird unterdessen auch die Möglichkeit einer russischen false flag-Operation, konkrete Hinweise dafür liegen bislang jedoch nicht vor.
Besondere Brisanz erhält der Vorfall durch die Umstände der Bergung. Zwei Fischer schleppten die Drohne zunächst selbst in den Hafen von Vasiliki, ohne zu wissen, dass sie scharfen Sprengstoff transportierte. Nach Angaben griechischer Medien fehlte zufällig einer der Zünder, wodurch eine Explosion offenbar verhindert wurde. «Niemand hatte uns gesagt, dass Sprengstoff darin war, sonst hätten wir sie nicht mitgenommen», sagte Fischer Panagiotis Zogos dem Sender Open TV.
Innenpolitisch gerät die griechische Regierung nun zunehmend unter Druck. Opposition und Teile der Öffentlichkeit werfen Athen vor, die Risiken der engen Unterstützung für die Ukraine unterschätzt zu haben. Gleichzeitig untersucht die griechische Rüstungsindustrie die Drohne nun im Detail – mit dem Ziel, eigene maritime Drohnensysteme zu entwickeln.