Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius sieht im Abwehrkampf der Ukraine gegen Russland Anzeichen für eine günstigere Entwicklung zugunsten Kiews. Nach einem Besuch ukrainischer Gefechtsstände in den Regionen Saporischschja und Dnipro erklärte der SPD-Politiker, Russland befinde sich «in einer Phase der Schwäche». Dies betreffe die wirtschaftliche Lage, die Innenpolitik sowie die Situation auf dem Gefechtsfeld.
Ukrainian Presidential Press Office
«Die Ukrainer machen riesige Fortschritte», sagte Pistorius. Besonders die Angriffe auf russische Militärinfrastruktur im Hinterland würden zunehmend Wirkung zeigen. Laut dem Minister hat die Ukraine in den vergangenen Monaten vor allem beim Einsatz unbemannter Waffensysteme Fähigkeiten entwickelt, aus denen auch die Bundeswehr Lehren ziehen wolle.
Pistorius besuchte mehrere ukrainische Kommandostellen und liess sich dort den Einsatz von Drohnen zur Aufklärung und Bekämpfung russischer Ziele erläutern. Dabei konnte er nach eigenen Angaben auch laufende Einsätze verfolgen. «Heute reden viele von einer entscheidenden Phase des Krieges, möglicherweise zugunsten der Ukraine», sagte Pistorius weiter. Frühere pessimistische Einschätzungen über den Kriegsverlauf würden inzwischen nicht mehr geteilt.
Zeitgleich meldete Russlands Präsident Wladimir Putin einen erfolgreichen Test der Interkontinentalrakete vom Typ Sarmat. Das System sei das «mächtigste Raketensystem der Welt», erklärte Putin laut russischen Staatsmedien. Die Rakete könne mehrere Atomsprengköpfe tragen und habe eine Reichweite von bis zu 35.000 Kilometern.