Neun Staaten haben sich aus der tschechisch geführten Munitionsinitiative für die Ukraine zurückgezogen. Das sagte Tschechiens Präsident Petr Pavel der Financial Times. Demnach beteiligen sich nur noch neun Länder finanziell an dem Projekt – halb so viele wie noch im vergangenen Jahr.
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Die Initiative liefert seit 2024 grosskalibrige Artilleriemunition an die ukrainischen Streitkräfte. Nach Angaben aus Prag wurden bisher mehr als vier Millionen Granaten beschafft. Pavel erklärte, das Projekt habe zeitweise bis zu 50 Prozent der grosskalibrigen Munition geliefert, die Kiew im Abwehrkampf gegen Russland benötigte. «Diese Initiative kann nicht einfach ersetzt werden», sagte der frühere Nato-General.
Hintergrund des Rückzugs ist offenbar der politische Kurswechsel in Prag. Ministerpräsident Andrej Babis war im Dezember mit dem Versprechen an die Macht zurückgekehrt, tschechische Steuergelder nicht mehr für Waffenlieferungen an die Ukraine einzusetzen. Der Financial Times sagte Babis, sein Land müsse angesichts steigender Energiepreise und knapper öffentlicher Mittel zuerst die eigenen Bürger entlasten. «Wir haben kein Geld», erklärte er. Andere Staaten könnten weiterhin zahlen, Tschechien übernehme lediglich die Lieferung der Munition.
Welche Länder ihre Unterstützung eingestellt haben, wollte das Präsidialamt nicht nennen. Ein westlicher Militärvertreter sagte jedoch, Deutschland und mehrere nordische Staaten seien weiterhin beteiligt. Andere Regierungen hätten zunehmend Mühe damit, ein Projekt zu finanzieren, das von der politischen Führung des Gastgeberlands selbst nur noch halbherzig unterstützt werde.