Reform UK hat nach ihrem Wahlsieg in der englischen Grafschaft Suffolk, nordöstlich von London, die ukrainische Flagge vor dem Verwaltungsgebäude in Ipswich entfernen und durch das englische Georgskreuz ersetzen lassen. Das bestätigte der neue Ratschef Michael Hadwen, berichtet der Sender BBC.
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Die ukrainische Fahne war 2022 von den konservativen Vorgängern als Zeichen der Solidarität nach dem russischen Einmarsch gehisst worden. Hadwen erklärte, nach vier Jahren sei es «richtig», dass sich die Flaggenmasten wieder auf «unsere Nation und unsere Grafschaft» konzentrierten. Künftig wehen vor dem Hauptsitz des Suffolk County Council nur noch der Union Jack, die Flagge Suffolks und das St.-Georgs-Kreuz Englands. Die Entscheidung gehört zu den ersten symbolischen Massnahmen der neuen Reform-Mehrheit nach den Kommunalwahlen Anfang Mai.
Kritik kam umgehend von der Opposition. Der Fraktionschef der Grünen, Andrew Stringer, sprach von einem «zutiefst besorgniserregenden» Vorgehen, weil die Flagge ohne Diskussion entfernt worden sei. Grossbritannien habe die Ukraine im Kampf gegen die russische Besatzung unterstützt, viele Einwohner Suffolks hätten ukrainische Flüchtlinge aufgenommen. «Wenn der Rat die Flagge eines Heiligen aus Anatolien hissen kann, warum dann nicht weiterhin die Flagge der Solidarität mit der Ukraine?», sagte Stringer mit Blick auf den heiligen Georg, der der Überlieferung nach im Gebiet der heutigen Türkei geboren wurde.
Auch die Konservativen reagierten verärgert. Fraktionschef Richard Rout nannte den Schritt «enttäuschend und spaltend». Es wäre möglich gewesen, einen zusätzlichen Fahnenmast für das Georgskreuz aufzustellen, ohne die ukrainische Flagge zu entfernen. Unter konservativer Führung hatte Suffolk zudem eine Partnerschaft mit der ukrainischen Region Poltawa aufgebaut.
Hadwen wies den Vorwurf zurück, die Entscheidung richte sich gegen Ukrainer. Die Unterstützung für Menschen aus der Ukraine bleibe bestehen. Nach Regierungsangaben leben derzeit 1683 Ukrainer im County Suffolk. Reform UK begründet den Schritt dennoch ausdrücklich mit einer stärkeren Betonung nationaler Identität und lokaler Symbolik.