Bundesumweltminister Carsten Schneider sieht Deutschland trotz Wirtschaftsschwäche und anhaltender Standortdebatten international weiter als Vorbild. In einem Interview mit der FAZ sagte der SPD-Politiker, Deutschland geniesse im Ausland «noch immer grossen Respekt». «Überall im Ausland sagen die Partner: Wir wollen so werden wie ihr», behauptete Schneider.
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Auf Nachfrage nannte der Minister allerdings vor allem Albanien und Montenegro als Beispiele. Dort werde Deutschland wegen seiner Effizienz geschätzt, erklärte Schneider nach Gesprächen vor Ort. Besonders in Ost- und Südosteuropa gebe es Wachstumsregionen und eine starke Automobilindustrie mit deutscher Beteiligung. Der Umweltminister verband dies mit Hoffnungen auf wirtschaftliche Impulse durch sogenannte grüne Technologien.
Schneider verteidigte zugleich den deutschen Kurs bei der Energiewende und stellte sich gegen Forderungen nach einem pragmatischeren Umgang mit fossilen Energieträgern. Damit widersprach er indirekt Wirtschaftsministerin Katharina Reiche, die zuletzt vor zu hohen Belastungen durch die Energiewende gewarnt hatte. «Wer heute in Zeiten der fossilen Krise noch gegen erneuerbare Energien zu Felde zieht, schadet nicht nur dem Klima, sondern auch dem nationalen Interesse», sagte Schneider. Erneuerbare Energien seien weiterhin die «beste und kostengünstigste Variante».
Auch die jüngste Debatte um den Weltklimarat IPCC griff Schneider auf. Der Weltklimarat verwendet das besonders drastische Klimaszenario RCP8.5 inzwischen deutlich zurückhaltender als früher. Kritiker sehen darin eine Abschwächung zentraler Alarmprognosen der vergangenen Jahre. Schneider deutete die Entwicklung dagegen als Erfolg bisheriger Klimapolitik. Dass das Szenario nicht eintrete, zeige gerade, dass die bisherigen Massnahmen Wirkung entfaltet hätten.