In einem Interview mit dem US-Sender News Nation machte sich der amerikanische Handelsminister Howard Lutnick über die Bemühungen der Schweiz lustig, die drückenden 39-Prozent-Zölle loszuwerden. Darüber berichtet der Tages-Anzeiger.
Lutnick habe mit spöttischem Unterton die Gespräche mit Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter geschildet, die wiederholt betont habe: «Wir sind ein kleines Land. Wir wollen den UK-Deal.»
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Besonders amüsierte den Minister das Handelsdefizit zugunsten der Schweiz: «Ein kleines Land wie die Schweiz hat ein Defizit von 40 Milliarden Dollar mit uns. Wissen Sie, warum sie ein kleines, reiches Land sind? Weil sie uns Waren im Wert von 40 Milliarden Dollar zusätzlich verkaufen.» Das müsse man «in Ordnung bringen». Und er fügte hinzu: «Wenn Länder wie die Schweiz an den US-Konsumenten verkaufen wollen, müssen sie mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zusammenarbeiten.»
Die Aussagen dürften in Bern schlecht ankommen. Seit Präsident Donald Trump per 1. August Strafzölle von 39 Prozent auf Schweizer Produkte verhängt hat, versucht der Bundesrat fieberhaft eine Lösung zu finden.
Wirtschaftsminister Guy Parmelin reiste dafür eigens nach Washington. Lutnick zeigte sich nach dem Treffen zunächst unnachgiebig: Die Schweiz profitiere stark vom Pharmageschäft in den USA und müsse – ähnlich wie Japan – Zugeständnisse machen.
Erst Anfang September klang er optimistischer und sprach in US-Medien von einer «wahrscheinlichen Einigung» im Laufe der Zeit. Die jüngsten Aussagen klingen nun anders.