Chinas Staatschef Xi Jinping hat bei seinem Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump Japans zunehmende Aufrüstung scharf kritisiert. Das berichtet die Financial Times. Xi habe Japans «Remilitarisierung» in ungewöhnlich scharfem Ton angegriffen und sich dabei insbesondere gegen die steigenden Verteidigungsausgaben der Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi gewandt.
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Demnach war die Diskussion über Japan der emotionalste Teil des zweitägigen Treffens in Peking. Xi argumentierte laut Teilnehmern lautstark und warnte Washington indirekt vor einer weiteren militärischen Stärkung Tokios. Trump habe darauf entgegnet, Japan müsse angesichts der Bedrohung durch Nordkorea seine Sicherheitsrolle ausbauen. Ob er dabei auch China erwähnte, blieb offen.
Hintergrund des Streits ist die zunehmend angespannte Lage im Pazifik. Japan bezeichnet China seit 2023 offiziell als «grösste strategische Herausforderung». In den jüngsten Verteidigungsdokumenten verweist Tokio auf chinesische Militäraktivitäten rund um Taiwan sowie auf die engere Zusammenarbeit zwischen Peking und Moskau. China wiederum wirft Japan seit Monaten vor, seine pazifistische Nachkriegsordnung schrittweise aufzugeben.
Das chinesische Aussenministerium erklärte zuletzt, Japans Verteidigungsbudget steige bereits im 14. Jahr in Folge. «Es zeigt erneut, dass Japans Maske als ‹Land des Friedens› fällt», hiess es aus Peking. China selbst erhöhte seine Militärausgaben laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri zuletzt um 7,4 Prozent auf 336 Milliarden Dollar. Japan gab rund 62 Milliarden Dollar aus.
In Tokio wächst gleichzeitig die Unsicherheit über die Verlässlichkeit der USA. Verzögerungen bei amerikanischen Waffenlieferungen sowie Trumps Aussagen zu Taiwan verstärken die Sorge, Washington könnte seine Sicherheitsgarantien gegenüber Verbündeten relativieren.