US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gerät nach widersprüchlichen Entscheidungen zur Stationierung amerikanischer Soldaten in Polen zunehmend unter Druck. Auslöser ist ein Bericht des Wall Street Journal, wonach Hegseth zunächst die Verlegung von 4000 US-Soldaten nach Polen gestoppt haben soll, bevor Präsident Donald Trump wenig später die Entsendung von 5000 Soldaten ankündigte.
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Laut dem Bericht soll Trump über die Entscheidung des Pentagons nicht informiert gewesen sein. Unter Berufung auf zwei US-Beamte schreibt die Zeitung, der Präsident habe Hegseth in einem Telefonat scharf kritisiert und wissen wollen, weshalb der Einsatz gestoppt worden sei. Trump habe dabei betont, die USA sollten Polen als engen Verbündeten nicht schlecht behandeln.
In Polen sorgte der Vorgang für Irritationen. Ein Berater des polnischen Präsidenten, Karol Nawrocki, sprach bei einer Veranstaltung von Politico von «chaotischer Kommunikation» und einem «Missverständnis innerhalb des Pentagons». Auch innerhalb der Republikanischen Partei gab es Kritik. Der republikanische Kongressabgeordnete Don Bacon erklärte, die polnische Regierung sei nicht einmal vorab informiert worden. Dies sei eine «Blamage für unser Land».
Der frühere US-General Ben Hodges äusserte Zweifel an der Abstimmung zwischen Weissem Haus und Pentagon. Entweder seien beide Seiten «inkompetent oder es gibt zwischen ihnen null Kommunikation», sagte Hodges. Über Hegseth erklärte er, dieser sollte «vielleicht zurücktreten».
Das Weisse Haus wies Spekulationen über einen Konflikt zurück. Sprecherin Anna Kelly erklärte, Präsident Trump schätze Hegseths Arbeit bei der Umsetzung der America-First-Agenda im Militär. Auch das Pentagon erklärte, Trump und Hegseth stünden bei den Truppenbewegungen in Europa «im Gleichschritt».