Die EU weist Berichte über eine akute Kerosinkrise zurück und sieht derzeit keine flächendeckenden Flugausfälle. EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas erklärte laut Politico: «Berichte der letzten Tage, wonach Europa kurz davor stehen könnte, dass das Kerosin ausgeht, spiegeln die Lage nicht korrekt wider.»
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Auslöser der Diskussion sind stark gestiegene Treibstoffpreise infolge des Kriegs zwischen den USA, Israel und Iran sowie der zeitweisen Blockade der Strasse von Hormus. Seit Ende Februar haben sich die Preise für Flugtreibstoff in Europa laut Politico mehr als verdoppelt. Gleichzeitig warnte die Internationale Energieagentur vor möglichen Engpässen und sprach von lediglich rund sechs Wochen verbleibenden Vorräten.
Die EU-Kommission widerspricht dieser Einschätzung und betont stabile Lieferketten. Flugausfälle einzelner Airlines seien nicht primär durch fehlenden Treibstoff bedingt, sondern wirtschaftlich motiviert. Tzitzikostas sagte dazu: «Fluggesellschaften haben in den vergangenen Tagen einige Verbindungen gestrichen, weil sie bereits zuvor nicht profitabel waren.»
Dennoch reagiert die Branche sichtbar: Airlines reduzieren Kapazitäten, Ticketpreise steigen. Besonders exponiert sind grosse EU-Staaten wie Deutschland und Frankreich. Sollte der Nachschub aus dem Golf länger ausbleiben, bereitet Brüssel koordinierte Massnahmen vor.
Die Kommission hält fest, dass es derzeit «keine Hinweise» auf eine breit angelegte Versorgungskrise gibt. Gleichzeitig räumt die Branche ein, dass selbst bei einer Entspannung der Lage mehrere Monate nötig sein könnten, um die Bestände wieder aufzufüllen. Entscheidend bleibt die Entwicklung im Nahen Osten.