Der britische Premierminister Keir Starmer will trotz wachsender Kritik und Rücktrittsforderungen im Amt bleiben. Während einer Kabinettssitzung erklärte der Labour-Politiker, seine Partei habe zwar ein Verfahren zur Absetzung des Vorsitzenden vorgesehen, ein solches sei jedoch nicht eingeleitet worden.
«Das Land erwartet von uns, dass wir weiterregieren. Genau das tue ich», sagte Starmer demnach vor seinem Kabinett. Zugleich übernahm er die Verantwortung für die schweren Verluste seiner Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen in Grossbritannien. «Ich übernehme die Verantwortung dafür, den Wandel umzusetzen, den wir versprochen haben», erklärte der Premierminister.
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Starmer war nach den Wahlen massiv unter Druck geraten. Mehrere Labour-Abgeordnete forderten öffentlich seinen Rücktritt. Britische Medien berichteten zudem, Innenministerin Shabana Mahmood und Aussenministerin Yvette Cooper hätten dem Regierungschef geraten, einen Zeitplan für seinen Rückzug vorzulegen. In der Nacht auf Dienstag empfing Starmer laut BBC und Sky News mehrere Kabinettsmitglieder zu Gesprächen in der Downing Street, darunter Cooper und Verteidigungsminister John Healey.
Bei den Kommunalwahlen in England verlor Labour mehr als 1400 Sitze in lokalen Gremien. In Wales fiel die Partei hinter Plaid Cymru und Reform UK auf den dritten Platz zurück. Mehr als 70 Labour-Abgeordnete sollen dem Premier laut Medienberichten inzwischen ihre Unterstützung entzogen haben.