Die Ausgaben des Bundes für Flüchtlinge und Asylbewerber sind 2025 auf 24,8 Milliarden Euro gesunken. Das geht aus einer Kabinettsvorlage von Finanzminister Lars Klingbeil hervor, über die zuerst die Bild-Zeitung berichtete.
Damit lagen die Kosten zwar um 3,2 Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert, bleiben aber weiterhin deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. 2023 hatten die Bundesausgaben mit 29,6 Milliarden Euro noch einen Höchststand erreicht. Zwischen 2016 und 2020 lagen sie im Schnitt bei rund 22 Milliarden Euro.
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Hintergrund der jährlichen Aufstellung ist ein Gesetz aus dem Jahr 2015. Seither muss die Bundesregierung sämtliche Ausgaben «im Kontext Flucht und Migration» dokumentieren. Länder und Kommunen verfolgen die Zahlen besonders aufmerksam, weil sie einen grossen Teil der Kosten zunächst selbst tragen und später Erstattungen vom Bund verlangen können. Nach Angaben der Länder reichen die Bundesmittel jedoch oft nicht aus, um Ausgaben für Integration, Gesundheitsversorgung sowie Jugend- und Sozialarbeit vollständig zu decken.
Der Bund verweist dagegen auf zusätzliche Unterstützungsleistungen ausserhalb der direkten Flüchtlingsfinanzierung, etwa aus dem «Sondervermögen Infrastruktur».
Parallel zu den sinkenden Kosten gingen auch die Asylanträge zurück. 2025 beantragten insgesamt 168.543 Menschen in Deutschland Asyl, ein Rückgang um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark sank die Zahl syrischer Antragsteller, nachdem der Migrationsdruck aus Syrien seit dem Ende des Bürgerkriegs deutlich nachgelassen hatte. Afghanen stellten zuletzt die grösste Gruppe der Asylbewerber.
Die Bundesregierung bewertet die Entwicklung als Zeichen einer Trendwende. Gleichzeitig fällt die Bilanz der angekündigten «Migrationswende» von Bundeskanzler Friedrich Merz gemischt aus: Zwar gingen die Asylanträge im ersten Quartal 2026 um 23 Prozent zurück, gleichzeitig wurde jedoch weniger abgeschoben als noch unter der Vorgängerregierung von Olaf Scholz.