Die EU hat die Entscheidung der USA kritisiert, eine Ausnahme von den Sanktionen gegen russische Ölverkäufe um weitere dreissig Tage zu verlängern. EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis erklärte vor dem Treffen der G-7-Finanzminister in Paris, aus Sicht der EU sei «dies nicht der richtige Zeitpunkt, den Druck auf Russland zu verringern». Russland profitiere direkt vom Krieg im Iran und von den steigenden Preisen für fossile Energieträger.
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Die Verlängerung der Ausnahmegenehmigung wurde vom US-Finanzministerium angekündigt. Finanzminister Scott Bessent begründete den Schritt laut Euractiv damit, dass dadurch der globale Rohölmarkt stabilisiert und Lieferengpässe für besonders betroffene Länder verhindert würden. Gleichzeitig solle China daran gehindert werden, verbilligtes russisches Öl in grossem Stil einzulagern. Hintergrund der Entscheidung ist der starke Anstieg der Energiepreise seit der Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran, Israel und den USA Ende Februar.
Von den steigenden Preisen profitiert vor allem Russland. Laut dem finnischen Forschungszentrum Centre for Research on Energy and Clean Air stiegen die russischen Einnahmen aus fossilen Brennstoffen im April auf 733 Millionen Euro pro Tag – der höchste Wert seit zweieinhalb Jahren. Brent-Rohöl notierte zuletzt bei rund 110 Dollar pro Barrel und damit deutlich höher als vor Beginn der jüngsten Eskalation im Nahen Osten.