Peking hat die US-Militäraktion in Caracas scharf verurteilt. In einer Stellungnahme sprach Chinas Aussenministerium von einem «tief schockierenden» Angriff, der das Völkerrecht und Venezuelas Souveränität verletze und die Stabilität in Lateinamerika gefährde.
«Solche hegemonialen Akte der USA bedrohen Frieden und Sicherheit in der Region», erklärte das Ministerium. Zugleich warnte die chinesische Botschaft in Caracas ihre Bürger vor Reisen nach Venezuela.
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Der Angriff kam für China überraschend. Nur rund sechseinhalb Stunden vor Beginn der US-Operation hatte Qiu Xiaoqi, Pekings Sondergesandter für Lateinamerika, Maduro in Caracas getroffen. Man habe die «Brüderlichkeit» zwischen beiden Ländern bekräftigt und über mehr als 600 laufende bilaterale Projekte beraten, darunter auch wirtschaftliche und sicherheitspolitische Kooperationen. In einem letzten Telegram-Post sprach Maduro von einer «zeitlosen Partnerschaft».
Mit der Festnahme Maduros endet nun abrupt eine mehrmonatige chinesische Unterstützungsstrategie. Peking galt als wichtigster internationaler Rückhalt des Regimes – auch wirtschaftlich: China kaufte zuletzt rund 80 Prozent der venezolanischen Ölexporte auf und gewährte Milliardenkredite.
US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA würden Venezuela nun «für eine gewisse Zeit» verwalten. Ziel sei auch der Zugriff auf venezolanisches Öl. In Bezug auf China sagte er: «Wenn sie Öl wollen – wir sind im Ölgeschäft. Wir werden es ihnen verkaufen.»
In Peking sorgt dieser Kurswechsel für Irritationen. Laut Washington Post hatte Maduro in einem internen Schreiben an Xi Jinping zuletzt sogar um verstärkte militärische Zusammenarbeit gebeten, etwa bei der Lieferung chinesischer Radarsysteme.