Mit Podcasts wollte Baden-Württembergs Landesregierung Bürgernähe schaffen – doch das Projekt entpuppt sich als Rohrkrepierer. Laut einer Anfrage der SPD-Fraktion im Landtag verzeichnen Formate wie «Spätzles-Press», «Löwenherz» oder «Cäshflow» lediglich ein paar Hundert Stammhörer – bei Gesamtkosten von über 100.000 Euro.
PHILIPP VON DITFURTH / KEYSTONE
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) regiert seit 2011. Seine Ministerien lassen seit zwei Jahren steuerfinanzierte Audioformate produzieren. Das neuste Projekt «Unser Holz» wurde jüngst vom CDU-geführten Forstministerium lanciert und kostete bereits 14.280 Euro – Hörerzahlen liegen dazu keine vor.
Besonders bitter: Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne), der nach einem Tiktok-Imageflop für «behördliches Niveau» warb, erreicht mit seinem Podcast «Cäshflow» gerade einmal 416 regelmässige Hörer. Für die ersten dreissig Folgen fielen fast 28.000 Euro an.
Kritik kommt aus der Opposition. Juso-Landeschef Daniel Krusic (SPD) nennt das Projekt «schlicht Geldverschwendung». Grundsätzlich sei es zu begrüssen, wenn die Regierung moderne Kanäle nutze, «aber nach zwei Jahren nur ein paar Hundert Zuhörer – das ist ernüchternd», so Krusic in der Bild-Zeitung.