Die USA haben nach eigenen Angaben eine vollständige Seeblockade gegen den Iran umgesetzt und damit den maritimen Handel des Landes faktisch gestoppt. Die zuständige Militärführung erklärte: «Eine Blockade iranischer Häfen wurde vollständig umgesetzt, da die US-Streitkräfte die maritime Überlegenheit im Nahen Osten aufrechterhalten» sowie «US-Streitkräfte haben den wirtschaftlichen Handel von und nach dem Iran auf dem Seeweg vollständig gestoppt.»
U.S. Navy/AP/Keystone
Die Massnahme trat zu Wochenbeginn in Kraft und betrifft einen zentralen Nerv der iranischen Wirtschaft: Über 90 Prozent des jährlichen Seehandels im Wert von rund 109,7 Milliarden Dollar laufen über die Strasse von Hormus. Alternative Routen existieren kaum. Laut Schätzungen eines Washingtoner Think-Tanks verursacht die Blockade täglich wirtschaftliche Schäden von rund 435 Millionen Dollar.
Militärisch setzen die USA auf ein massives Aufgebot mit über 10.000 Soldaten, mehreren Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen im Golf von Oman und im Arabischen Meer. In den ersten 24 Stunden wurden mehrere Handelsschiffe zum Umkehren gezwungen. Gleichzeitig zeigen Daten von Marktbeobachtern, dass einzelne, teils sanktionierte Tanker die Passage weiterhin nutzen, allerdings unter erhöhtem Risiko und eingeschränktem Verkehr.
Die Blockade erfolgt vor dem Hintergrund eines fragilen Waffenstillstands und parallel zu diplomatischen Signalen aus Washington, Gespräche mit Teheran fortzusetzen. China kritisierte das Vorgehen als «gefährlich und unverantwortlich». Die Strasse von Hormus, über die vor dem Konflikt rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung transportiert wurde, bleibt damit ein geopolitischer Brennpunkt.