Viele Kommunen in Deutschland verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Einbürgerungsanträge, wie die Bild-Zeitung berichtet. Dies nach Inkrafttreten des neuen Staatsangehörigkeitsrechts vor einem halben Jahr.
In Bayern wurden bis Ende November 82.724 Anträge gestellt – deutlich mehr als vor der Reform am 27. Juni, als die monatliche Zahl bei knapp 6000 lag. Seitdem liegt der Durchschnitt bei rund 9000 Anträgen pro Monat.
FERNANDO GUTIERREZ-JUAREZ / KEYSTONE
Auch in anderen Bundesländern ist der Trend spürbar: In Hessen stieg die Zahl der Anträge um 23,5 Prozent auf 39.400. Allein in Frankfurt gab es ein Plus von 42,2 Prozent. In Düsseldorf (NRW) wurden bis Ende November 6395 Anträge registriert, 34,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Kommunen wie München berichten von langen Bearbeitungszeiten, die sich auf bis zu achtzehn Monate erhöht haben.
Der Präsident des Deutschen Landkreistages, Achim Brötel (CDU), kritisierte, dass die Behörden neben den gestiegenen Anträgen auch die aktuelle Migrationsdynamik bewältigen müssten. «Die Reform erfolgte zur Unzeit», erklärte er und forderte mehr Unterstützung durch den Bund.