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«Stehen auf der Seite der Ukraine»: Europas Chefdiplomatin Kallas erteilt der Diplomatie eine Absage – und erklärt Russland indirekt den Krieg

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«Stehen auf der Seite der Ukraine»: Europas Chefdiplomatin Kallas erteilt der Diplomatie eine Absage – und erklärt Russland indirekt den Krieg
«Stehen auf der Seite der Ukraine»: Europas Chefdiplomatin Kallas erteilt der Diplomatie eine Absage – und erklärt Russland indirekt den Krieg
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Was tun Diplomaten?

Sie reden, wo sich andere prügeln. Sie entspannen, wo andere Spannungen aufbauen. Sie vermitteln, wo andere einander sprachlos angiften.

Kaja Kallas leitet den auswärtigen Dienst der Europäischen Union und ist Europas Chefdiplomatin. Zweifel an ihrer Eignung gab es seit ihrer Ernennung. Nun aber hat sie selbst die letzten Zweifel zerstreut.

Petros Karadjias/AP/Keystone
EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas nach einer Medienkonferenz in Limassol
Petros Karadjias/AP/Keystone

Beim Treffen der EU-Aussenminister erklärte sie klipp und klar, dass die EU im Ukraine-Krieg nicht neutral, sondern Partei sei:
«Eines ist ganz klar: Europa wird nie neutraler Vermittler zwischen Russland und der Ukraine sein, denn wir stehen auf der Seite der Ukraine.»

Kraft Amtes spricht sie für die Mitgliedstaaten, und bei denen regte sich, soweit bekannt, kein Widerspruch.

Damit ist es offiziell: Kallas, die einer Familie russophober estnischer Erznationalisten entstammt, hat die EU zu Russlands Kriegsgegner erklärt. Das ist Wasser auf die Mühlen russischer Scharfmacher wie Ex-Präsident Dmitri Medwedew und Kreml-Berater Sergei Karaganow. Der hatte im Weltwoche-Interview die EU als Feind identifiziert und hinzugefügt: «Feinde müssen vernichtet werden.»

Kallas hat in gewisser Weise im Namen von 500 Millionen EU-Bürgern der Atommacht Russland den Krieg erklärt. Gefragt, ob die das wollen, hat sie nicht. Wozu auch. Sie wurde ja auch nicht in ihr Amt der Chefdiplomatin gewählt.

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