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Startabbruch statt Aufbruch: Während Elon Musks SpaceX in die Umlaufbahn einschwenkt, schaut Europa nur zu

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Startabbruch statt Aufbruch: Während Elon Musks SpaceX in die Umlaufbahn einschwenkt, schaut Europa nur zu
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Der Countdown läuft. Alles bereit. Wetter gut. Technik geprüft. Und dann: Abbruch. Beim deutschen Weltraum-Kandidaten Isar Aerospace reicht diesmal ein Leck, um die Spectrum-Rakete kurz vor dem Start auszubremsen. Kein Feuerball, kein Spektakel – nur Stille: Europäische Raumfahrt in einem Bild.

Isar Aerospace, X
Startabbruch statt Aufbruch: Während Elon Musks SpaceX in die Umlaufbahn einschwenkt, schaut Europa nur zu
Isar Aerospace, X

Firmenchef Daniel Metzler spricht von «wertvollen Daten». Das ist korrekt, nur leider sammeln andere währenddessen etwas anderes: Starts. Die Bilanz ist für die Europäer unerquicklich. Rund 300 Orbitalflüge weltweit, davon etwa 190 in den USA, 8 in Europa. Acht. Das ist nicht Aufholjagd, das ist Zuschauertribüne.

Drüben bei SpaceX unter Elon Musk startet man inzwischen 160-mal im Jahr. Raketen sind dort keine Ereignisse mehr, sondern Taktung. Der Orbit ist Teil der Lieferkette geworden. Wer nicht startet, ist nicht im Geschäft. So einfach ist das.

Europa macht es komplizierter. Hier wird Raumfahrt organisiert wie ein EU-Gipfel: viele Beteiligte, viel Abstimmung, am Ende ein Kompromiss, mit dem alle leben können – ausser der Realität. European Space Agency, EU, Ministerien, jeder darf mitreden, niemand darf entscheiden. Aufträge werden verteilt wie Agrarsubventionen, Genehmigungen dauern länger als ein Raketenflug, und Kapital verhält sich vorsichtig, weil niemand weiss, wann oder ob sich das Ganze rechnet. Risiko ist in Europa etwas, das man vermeidet. In der Raumfahrt ist es etwas, das man braucht.

Dabei mangelt es nicht an Ideen. An die 300 Start-ups aus Deutschland und Europa sind im Orbit unterwegs oder wollen dorthin: Rocket Factory Augsburg baut auch Raketen, Hyimpulse experimentiert, Isar produziert. Alles da – ausser Geschwindigkeit. Denn der eigentliche Unterschied liegt im System. In den USA ist Raumfahrt Kapitalismus: schnell, und effizient. Der Historiker Rainer Zitelmann sagt: Privat schlägt Staat. SpaceX lebt längst von privaten Kunden, nicht von staatlichen Programmen. Der Orbit ist kein Traum mehr, sondern Umsatz.

Europa hingegen diskutiert noch, wie man unabhängig werden könnte – von Starlink zum Beispiel. Das Problem: Unabhängigkeit beginnt nicht mit Papieren, sondern mit Starts. Der abgebrochene Versuch von Isar Aerospace ist deshalb kein Ausrutscher, sondern ein Symptom. Europa kann Raumfahrt, vielleicht, aber es kann sie nicht schnell umsetzen. Wettläufe sind so nicht zu gewinnen.

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