Der britische Premierminister Keir Starmer soll laut einem Bericht des Kolumnisten Dan Hodges seinen Rücktritt vorbereiten. Starmer habe engen Vertrauten mitgeteilt, dass er «geordnet» aus dem Amt ausscheiden wolle und einen eigenen Zeitplan für den Abgang festlegen werde, schreibt Hodges unter Berufung auf mehrere Kabinettsmitglieder.
Yui Mok/AP/Keystone
Demnach wächst der Druck auf den Labour-Chef nach Tagen interner Machtkämpfe und mehreren Rücktritten in der Regierung. Ein Minister sagte laut Bericht, Starmer erkenne inzwischen «die politische Realität» und halte die aktuelle Lage für «nicht mehr tragbar». Gleichzeitig wolle er verhindern, dass sein Rückzug als unmittelbare Niederlage gegen parteiinterne Gegner erscheine. Besonders die mögliche Rückkehr des populären Bürgermeisters von Manchester, Andy Burnham, ins Unterhaus gilt in Westminster als Gefahr für Starmer.
Innerhalb der Labour-Partei laufen offenbar bereits Positionskämpfe für die Zeit nach Starmer. Laut Hodges werfen sich führende Regierungsmitglieder gegenseitig Illoyalität vor. Aus dem Umfeld des Premiers hiess es, mehrere Minister hätten ihn öffentlich unterstützt, gleichzeitig aber intern an Szenarien für einen Führungswechsel gearbeitet.
Zusätzlichen Schaden richteten laut Bericht prominente Rücktritte an. Gesundheitsminister Wes Streeting verliess demnach das Kabinett. Kurz darauf kündigte Labour-Abgeordneter Josh Simons seinen Rückzug an, um Burnham den Weg zurück nach Westminster freizumachen. In Downing Street sei daraufhin versucht worden, Burnhams Kandidatur über das Labour-Parteigremium NEC zu blockieren. Die Intervention scheiterte jedoch überraschend schnell.
Offiziell hat Starmer bislang keinen Rücktritt angekündigt. Aus seinem Umfeld hiess es jedoch laut Daily Mail, der Premier halte ein weiteres Festhalten am Amt zunehmend für aussichtslos.