Die Europäische Union bereitet laut einem Medienbericht eine eigene militärische Mission zur Sicherung der Schifffahrt in der Strasse von Hormus vor – ausdrücklich ohne Beteiligung der USA. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit den Planungen vertraute Kreise.
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Demnach treiben vor allem Frankreich und Grossbritannien die Initiative voran, während Deutschland eine zentrale Rolle wegen seiner finanziellen und militärischen Kapazitäten einnimmt. Ziel ist es, nach einem Ende der Kampfhandlungen im Iran-Konflikt die blockierte Handelsroute wieder nutzbar zu machen und Reedereien Sicherheit zu signalisieren. Die Mission sei defensiv angelegt und solle Vertrauen in die freie Passage durch die strategisch wichtige Meerenge herstellen.
Konkret sehen die Überlegungen mehrere Phasen vor: Zunächst sollen festgesetzte Handelsschiffe unterstützt werden. In einem zweiten Schritt ist die Räumung verminter Seewege geplant, um die Durchfahrt zu verbreitern. Schliesslich könnten Handelsschiffe unter militärischem Schutz eskortiert werden. Als Vorbild gilt die EU-Mission Operation Aspides im Roten Meer, die zum Schutz des internationalen Seeverkehrs eingerichtet wurde und bis 2027 verlängert ist.
Offen bleibt, wie die USA auf das europäische Vorgehen reagieren. Während Paris auf Distanz zu Washington setzt, fürchten britische Stellen politische Spannungen mit US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte die Europäer wiederholt zu militärischer Unterstützung im Konflikt mit dem Iran aufgefordert – bislang ohne Erfolg.
Eine offizielle Positionierung der EU-Staaten wird in Kürze erwartet. Bereits in den kommenden Tagen ist ein Treffen unter Führung von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premier Keir Starmer geplant. Auch Indien und China wurden eingeladen, ihre Teilnahme ist jedoch ungewiss. Deutschland müsste für einen Einsatz zudem die Zustimmung des Parlaments einholen.