Dänemark wird bis 2040 das höchste gesetzliche Rentenalter Europas einführen. Ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz sieht vor, dass Personen, die ab dem 1. Januar 1971 geboren sind, künftig erst mit 70 Jahren in Rente gehen können, berichtet der britische Sender BBC. Für die dänische Bevölkerung bedeutet dies einen weiteren Anstieg: Ab 2030 steigt das Rentenalter zunächst auf 68, ab 2035 auf 69 Jahre.
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Bereits seit 2006 ist das Renteneintrittsalter in Dänemark an die Lebenserwartung gekoppelt und wird alle fünf Jahre angepasst. Das aktuelle Gesetz wurde mit 81 Stimmen angenommen, 21 Parlamentarier stimmten dagegen.
Doch nicht alle begrüssen die Entscheidung. «Wir arbeiten und arbeiten, aber wir können nicht ewig so weitermachen», erklärte der 47-jährige Dachdecker Tommas Jensen gegenüber dem dänischen Sender DK. Für Menschen in körperlich belastenden Berufen sei das neue Rentenalter kaum zu bewältigen. Auch aus den Reihen der Gewerkschaften kommt Kritik.
Die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte bereits im vergangenen Jahr signalisiert, das bisherige Modell überdenken zu wollen. «Wir glauben nicht mehr daran, dass das Rentenalter automatisch steigen sollte», sagte sie. Es sei nicht gerecht, die Menschen immer weiter arbeiten zu lassen.
Im europäischen Vergleich variieren die Rentenalter stark: In Frankreich wurde es 2023 auf 64 Jahre angehoben – gegen heftige Proteste. Schweden erlaubt Rentenbezug ab 63, in Italien liegt das Standardalter derzeit bei 67. Auch in Grossbritannien sind Anpassungen in Planung.
In der Schweiz liegt das Rentenalter seit 2024 bei 65 Jahren – auch für Frauen. In Deutschland steigt das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre, in Ausnahmefällen kann man auch früher in Rente gehen.