Die Hälfte aller Menschen, die in der Schweiz an Abstimmungen teilnehmen, ist inzwischen 60 Jahre oder älter. Das zeigt eine Analyse der Denkfabrik Avenir Suisse. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung liegt das Medianalter bei 43 Jahren, unter allen Stimmberechtigten bei 53,5 Jahren.
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Hauptgrund für den Unterschied ist die deutlich höhere Stimmbeteiligung älterer Generationen: Nach Angaben von Avenir Suisse gehen bei den 70- bis 79-Jährigen mehr als 60 Prozent regelmässig an die Urne. Bei den 25- bis 29-Jährigen liegt die Beteiligung dagegen nur bei rund 30 Prozent. Unter den 20- bis 29-Jährigen ist sie damit nicht einmal halb so hoch wie bei den 70- bis 79-Jährigen.
Die Denkfabrik sieht darin politische Folgen. Zwischen 2020 und 2024 betrug die durchschnittliche Differenz im Abstimmungsverhalten zwischen jungen und älteren Stimmberechtigten 15 Prozentpunkte. Als Beispiel nennt Avenir Suisse die 13. AHV-Rente, die von den unter 40-Jährigen mehrheitlich abgelehnt, insgesamt aber angenommen wurde. Angesichts der Altersstruktur der tatsächlich Abstimmenden überrasche dieses Ergebnis nicht.
Nach Einschätzung von Avenir Suisse würde selbst eine Senkung des Stimmrechtsalters auf 16 Jahre am hohen Alter der Abstimmenden wenig ändern. Bis 2050 dürfte sich das Medianalter bei 61 bis 62 Jahren einpendeln. Ein demokratisches Defizit sei dies nicht zwingend. Die unterschiedliche Beteiligung müsse aber bei politischen Weichenstellungen berücksichtigt werden – insbesondere dann, wenn Kosten und Nutzen von Reformen die Generationen unterschiedlich träfen.