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«Sein Leben opfern»: Wie der Iran über seine Botschaften zum Märtyrertum aufruft – auch in der Schweiz

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«Sein Leben opfern»: Wie der Iran über seine Botschaften zum Märtyrertum aufruft – auch in der Schweiz
«Sein Leben opfern»: Wie der Iran über seine Botschaften zum Märtyrertum aufruft – auch in der Schweiz
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Iranische Auslandsvertretungen – auch in Bern – setzen soziale Medien gezielt ein, um unmissverständliche politische Botschaften zu platzieren. Sie wenden sich an ihre Landsleute im Exil und rufen sie auf, «ihr Leben zu opfern» und als Märtyrer für das Regime zu sterben.

Yahya Arhab/EPA/Keystone
Huthi-Anhaenger mit iranischer Flagge in Sanaa (Symbolbild)
Yahya Arhab/EPA/Keystone

Auf Telegram-Posts der iranischen Gesandtschaften werden Iraner in der Schweiz unmissverständlich angesprochen: «Im Namen Gottes: Aufgrund zahlreicher Anfragen von im Ausland lebenden iranischen Staatsbürgern in der Schweiz zur Teilnahme an der Kampagne wird hiermit mitgeteilt: Die Anmeldung für diese Kampagne ist über das Aussenministerium möglich.»

Jan Fida, so der Name des Märtyrerprogramms, ist mehr als nur ein irritierender Slogan. Der aus dem Persischen stammende Begriff bedeutet so viel wie «sein Leben opfern». Was zunächst pathetisch wirkt, verweist auf einen zentralen ideologischen Kern der Islamischen Republik: die Verherrlichung von Selbstaufopferung als Beweis politischer und religiöser Loyalität.

Indem Jan Fida über diplomatische Vertretungen im Westen verbreitet wird, zeigt der Iran wieder einmal, dass er seine Einflusszone nicht territorial beschränkt. Die ideologische Bindung soll auch im Ausland aufrechterhalten, wenn nicht sogar verstärkt werden. Iranische Botschaften rufen ihre Bürger in der Diaspora deshalb offen zur Mobilisierung auf – begleitet von Parolen, die den «Kämpfern des Islam» weiteren Erfolg wünschen und ihren «feindabweisenden Geist» preisen.

Über das staatliche Onlinesystem Mikhak, das eigentlich für konsularische Dienstleistungen gedacht ist, sollen sich Exiliraner gezielt an der sogenannten Opferkampagne beteiligen. Die Jan Fida-Kampagne ist damit kein Ausrutscher, sondern Ausdruck eines politischen Selbstverständnisses, das an Opfer nicht nur erinnert, sondern sie einfordert – und dieses Prinzip aggressiv exportiert.

Gerade dort, wo solche Aufrufe weniger sichtbar sind – etwa in der Schweiz –, stellt sich dringend die Frage nach der Grenze diplomatischer Tätigkeit. Denn wer Loyalität bis zur Selbstaufgabe rhetorisch zuspitzt, sendet ein Signal, das über Symbolik hinausgeht.

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