Selten waren so viele Journalisten direkt beim Geschehen. Als beim traditionellen Korrespondenten-Dinner im Weissen Haus plötzlich Schüsse fielen, wurden sie für einmal zu Augenzeugen. Statt sich auf die Erzählungen von Dritten verlassen zu müssen, konnten sie später vor der Kamera oder in ihrer Zeitung ihre eigenen Beobachtungen schildern.
Während der Secret Service US-Präsident Donald Trump und dessen Vize J. D. Vance aus dem Schussfeld bringt, suchen viele der 2600 Gäste Schutz unter Tischen oder versuchen, einen Ausgang zu erreichen. Aber längst nicht alle.
Wie Videoaufnahmen aus dem allgemeinen Chaos nach dem Anschlagsversuch zeigen, bedienen sich diverse Journalisten in aller Seelenruhe von den Tischen und packen Wein- und Champagnerflaschen ein. Erst dann machen sie sich auf den Weg nach draussen.
Die White House Correspondents’ Association, die Vereinigung der Journalisten im Weissen Haus, lobte in einer ersten Reaktion die Gäste des Anlasses, weil diese sich «ruhig und mutig» verhalten hätten.
Das kann man allerdings sagen. Wer nach Schüssen in einem vollgepackten Saal als Erstes an den kostenlosen Nachschub mit Alkohol denkt, hat wirklich die Ruhe weg.