Sabrina Carpenter war einer der Headliner beim diesjährigen Coachella-Festival in Kalifornien und sorgte zugleich für einen der grössten Aufreger. Aber was war passiert?
Carpenter sass gerade am Piano, als auf einmal ein lautes Jodeln aus der Menge zu hören war. Sie verzog die Miene und fragte: «Ist das das, was du tust?», gefolgt von: «Ich mag es nicht.» Der Fan, den man auf den Videos zum Vorfall nicht sieht, antwortet der 26-jährigen «Espresso»-Interpretin daraufhin: «Das ist meine Kultur.» Woraufhin Carpenter erwidert: «Das ist deine Kultur, es ist Jodeln?»
Sabrina Carpenter está sendo criticada após tirar sarro de fã que fez um 'zaghrouta', som com a boca para simbolizar alegria na cultura árabe e africana, durante show no Coachella.
— POPTime (@poptime) April 11, 2026
A fã explicou que era algo da sua cultura, mas mesmo assim foi chamada de estranha pela artista. pic.twitter.com/KttJfiMy34
Vermutlich hätte sich niemand darüber aufgeregt, sondern über Carpenters offensichtlichen Sarkasmus gelacht, wenn es sich um einen deutschen oder österreichischen Jodler gehandelt hätte. Immerhin wirkte es auch tatsächlich eher unpassend und befremdlich bei einem Auftritt eines Popstars. Das Problem war jedoch, dass es sich eben nicht um einen Österreicher oder Deutschen handelte, der dort seine Jodelkünste zum Besten gab, sondern offenbar um einen Muslim, der einen sogenannten Zaghruta, einen arabischen Jubel, von sich stiess.
Umgehend postete ein Account namens «Poppy» auf der Social-Media-Plattform X über den Vorfall. Dass Carpenter sagt, dass sie diesen arabischen Jubel nicht mag, sei «gefühllos» und «islamophob». Die Userin ergänzt, dass sie sehr enttäuscht von der Blondine sei. Der Post wird über 28.000 Mal gelikt. Carpenter kassiert einen Shitstorm und fühlt sich daraufhin offenbar genötigt, sich für ihre mangelnde Kultursensibilität zu entschuldigen. Ihre Reaktion sei purer Konfusion und Sarkasmus geschuldet und nicht böse gemeint gewesen. Nun wüsste sie, was ein «Zaghruta» ist. Jede Art von Jubel und Jodel sei ihr willkommen.
Wenn Ihnen nun mal wieder spontan danach sein sollte, aus dieser Welt aussteigen zu wollen, liegen Sie völlig richtig. Denn natürlich wäre die einzig angemessene Reaktion Carpenters gewesen, sich darüber lustig zu machen, dass ihr Menschen ernsthaft Islamophobie unterstellen, weil sie das Gejodel nicht mochte. Wir zwingen jetzt also hochoffiziell nicht nur Menschen dazu, Männer als Frauen anzuerkennen, sondern auch noch dazu, Dinge zu mögen, die sie nicht mögen, weil es sonst einen Angriff auf eine Kultur darstellt. Wohlgemerkt jene Kultur, aus deren Reihen 2001 ein paar Attentäter den grössten Terrorangriff auf die westliche Welt aller Zeiten verübt haben, aber das scheint man in den Vereinigten Staaten von Amerika schon lange vergessen zu haben.
Und so bleibt jenen von uns, die sich ihre paar Gehirnzellen noch nicht von Carpenters Fahrstuhlmusik haben wegbrutzeln lassen, nur der amüsierte Blick von aussen auf eine Revolution, die in immer kürzeren Abständen ihre eigenen Kinder frisst. In der man nie woke genug ist und das ewige Zu-Kreuze-Kriechen vor den Empfindlichsten dieser Welt nur immer neue Anspruchssteller schafft. Bis wir alle irgendwann am besten gar nicht mehr den Mund aufmachen und uns so etwas wie eine Meinung erlauben.