Der Chef der Fluggesellschaft Ryanair, Michael O’Leary, fordert die Abschaffung des europäischen Emissionshandelssystems im Luftverkehr, um Ticketpreise zu senken. Dies sagte O’Leary Politico in einem Interview. Alternativ solle das System an das günstigere internationale Programm Corsia angepasst werden.
O’Leary kritisierte zugleich die Massnahmen der EU-Kommission im Umgang mit steigenden Treibstoffpreisen. Mit Blick auf ein geplantes Beobachtungszentrum sagte er: «Wir können ruhig schlafen, weil die Europäische Kommission ein Beobachtungszentrum einrichtet. Na grossartig.»
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Zur Versorgungslage erklärte der Ryanair-Chef, Europa werde im Mai voraussichtlich keine Engpässe bei Flugtreibstoff erleben. Die Situation verbessere sich derzeit «moderat». Lieferanten hätten signalisiert, «wir sehen keine grösseren Probleme bis etwa Anfang Juni». Eine «100-prozentige Garantie» für die Monate Juni bis August gebe es jedoch nicht: «Niemand sagt uns, dass es eine 100-prozentige Garantie bis in den Juni, Juli und August gibt.»
O’Leary warnte, steigende Kosten könnten andere Fluggesellschaften unter Druck setzen. «Eine Reihe unserer weniger kostengünstigen Wettbewerber wird im Herbst scheitern», sagte er.
Ein grosser Teil des Kerosins in Europa stammt laut O’Leary derzeit aus Westafrika, den USA und Norwegen, zunehmend auch aus Russland.